Cerwenka: Kürzungsbudget - 850 Lehrer weniger in Niederösterreich - Landschulen droht das Zusperren

Noch nie dagewesener bildungspolitischer Kahlschlag belastet Schüler, Eltern und Lehrkräfte

St. Pölten, (SPI) - "Wer heute bemerkt, der Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern sei ‚gerecht‘ und ‚akzeptabel‘, betreibt wohl nicht nur in Sachen Bildung fahrlässiges ‚Schindluder‘ mit der Zukunft Niederösterreichs. Bis zum Jahr 2004 wird es in Niederösterreich 857 Lehrerinnen und Lehrer weniger geben, neben der Erhöhung der Klassenschülerzahlen droht vielen kleinen Volks- und Hauptschulen, vor allem in ländlichen Regionen, eine kaltes ‚Aus‘. Es ist damit zu rechnen, dass viele kleine Landschulen in Zukunft Klassen verlieren werden, was unmittelbar zum Zusperren führen würde", kritisiert der Bildungssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Helmut Cerwenka, die Auswirkungen des im Rahmen des Finanzausgleichs von ÖVP-Finanzreferent Wolfgang Sobotka akzeptierten Kürzungen im Bereich der Bildung.****

"Nicht nur droht Schulen die Schließung, auch eine klare Angebotsreduktion zeichnet sich ab. Förderunterrichte werden gekürzt oder komplett gestrichen, Kinder, die einer besonderen Förderung bedürfen, werden beiseite geschoben. Einmal mehr werden aber auch die Eltern zur Kasse gebeten. Sie müssen in Zukunft noch mehr Geld für die entfallenden Maßnahmen aufwenden, allein für Legasthenie-Fördermaßnahmen drohen zusätzliche Ausgaben von Tausenden Schilling für die Familien", so Cerwenka weiter.

Wer glaubt, diese Befürchtungen werden nicht eintreten, der irrt. Konkrete Beispiele zeigen bereits die Auswirkungen. Im Bezirk Wiener Neustadt wurden an den Schulen bereits Klassen geschlossen, unverbindliche Übungen und Förderunterrichte gestrichen und eine Beratungslehrerin eingespart. Im Bezirk Mödling wurden 7 Fremdsprachenlehrer gestrichen. Im Bezirk St. Pölten wurden 4 Klassen für schwererziehbare Kinder geschlossen - die Kinder, die besondere Hilfe benötigen, wurden einfach auf normale Klassen aufgeteilt. Förderunterricht und Logopädie wurden ebenso gestrichen wie 3 Beratungslehrer für Problemkinder. Im Bezirk Melk wurden 35 Dienstposten gestrichen - auch hier Kürzungen beim Förder- und beim Fremdsprachenunterricht.

"Diese Aufzählung ließe sich noch sehr lange fortsetzen. Diese Regierung ist an der besten Ausbildung unserer Jugend nicht interessiert. Hier soll ein Bildungssystem nach amerikanischem Muster geschaffen werden, wo nur mehr die finanzstarken Eliten sich die beste Bildung für ihre Kinder leisten können - und allen anderen werden die Chancen genommen, im späteren Leben erfolgreich zu sein. Der Staat verabschiedet sich aus seiner Bildungsverantwortung - und die Eltern sollen dafür zahlen. Der gesellschaftliche Umbau der blauschwarzen Bundesregierung mit seinen sozialen Ungerechtigkeiten ist voll im Gang", so Cerwenka.
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