Sallmutter: Gewerkschaften in chaotischen Zeiten als Faktor der Stabilität und Zukunftsorientierung

GPA-Bundesvorstand diskutiert politische Schwerpunkte der kommenden Monate - Scharfe Kritik am Stil der Freiheitlichen

Wien (GPA/ÖGB). ”Anstatt sich den brennende Zukunftsthemen des Landes zuzuwenden, ist die blau-schwarze Regierung primär mit sich selbst beschäftigt. Ständige Affären und personelle Wechsel im Regierungsteam verhindern, dass die tatsächlichen Zukunftsprobleme einer Lösung zugeführt werden. Neun Monate nach der Angelobung der derzeitigen Regierung präsentiert sich unser Land so instabil und isoliert wie nie zuvor in der Zweiten Republik. In diesen chaotischen Zeiten entpuppt sich die Gewerkschaftsbewegung als Faktor der Stabilität und Zukunftsorientierung,” erklärt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter, auf der ersten Sitzung des GPA-Bundesvorstandes.

Die jüngsten Kollektivvertragsrunden hätten gezeigt, wie wichtig kompetente Gewerkschaftsarbeit für die Beschäftigten in Zeiten der politischen Wende seien. Die GPA werde sich in den nächsten Jahren verstärkt den Bereich der ”new economy" zuwenden und versuchen, in diesem Wirtschaftssektor als Gewerkschaft präsent zu sein. Der kürzlich von der GPA abgeschlossene Kollektivvertrag für IT-Angestellte sei dabei ein wichtiger Ansatz.

Es war aber auch das beharrliche Wirken und die Kritik der Gewerkschaften, die dazu geführt hätten, dass die Regierung ihre Sozialabbaupläne in wichtigen Bereichen korrigieren musste, so Sallmutter.

Ausbauen will die GPA die Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Gruppen, wie sozial- und umweltpolitischen Initiativen, um mit ihnen gemeinsam Alternativen zur Politik der rechtskonservativen Wende und des sozialpolitischen Kahlschlags zu entwickeln.

Scharf ins Gericht ging in diesem Zusammenhang der GPA-Vorsitzende auch mit den Versuchen der Freiheitlichen Partei, von der Verantwortung für die Datenmissbrauchsaffäre durch wildes "Um sich" schlagen und verbale Radikalattacken gegen Politiker und Journalisten abzulenken.

”Gewerkschaften können diese für den Rechtsstaat gefährlichen Entwicklungen nicht kalt lassen. Wir dürfen nicht in eine Situation geraten, wo Journalisten, Künstler und politische Aktivisten attackiert und eingeschüchtert werden. Die politische Kultur im Lande und der Stil mancher politischer Parteien erinnern heute mehr an die Dreißigerjahre, als an das 21. Jahrhundert. Die GPA wird angesichts dieser Entwicklungen künftig noch stärker ein Partner für all jene Menschen sein, die dem Trend zur Verrohung konkrete Zukunftsprojekte für eine demokratische und soziale Weiterentwicklung unseres Landes entgegenstellen wollen”, so Sallmutter am GPA-Bundesvorstand.

ÖGB, 16. November 2000
Nr. 978

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