Biosphärenpark Großes Walsertal durch UNESCO anerkannt BILD

Freude bei Regio und Land über das neue Gütesiegel

Paris/Bregenz (VLK) - Die UNESCO (Organisation für
Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen)
mit Sitz in Paris hat das Große Walsertal nun offiziell als Biosphärenpark anerkannt. Damit ist das Große Walsertal eines
von insgesamt 391 Mitgliedern in einem weltweiten Netzwerk
von Modellregionen für nachhaltige Regionalentwicklung. ****

"Die mehr als zweijährigen Vorarbeiten im Großen Walsertal haben sich gelohnt!" freut sich Josef Türtscher, Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Großes Walsertal und
unermüdlicher Motor des Projekts: Die Talschaft wurde beim
16. Meeting des Internationalen Koordinationsgremiums der
UNESCO, das zwischen 6. und 10. November 2000 in Paris
stattgefunden hat, mit dem internationalen Gütesiegel "Biosphärenreservat" ausgezeichnet. Neben dem Großen
Walsertal erhielten noch 20 weitere Regionen - von Südamerika
über Asien bis Afrika - das "Nachhaltigkeitsprädikat".
Weltweit wurden seit den 70er Jahren 391 Biosphärenreservate ausgewiesen, das Große Walsertal steht nun neben so berühmten Plätzen wie den Galápagos-Inseln oder den Rocky Mountains.
Alle diese Regionen sind Teil des UNESCO-Programms "Mensch
und Biosphäre", das 1970 gegründet wurde.

Starke Aufwertung der Region

"Der Nutzen", so Landeshauptmann Herbert Sausgruber,
"liegt für das Tal auf der Hand: Das internationale
Gütesiegel 'Biosphärenpark' wertet die regionale Landschaft,
die Kultur und die Produkte stark auf. Unberührte
Landschaften und naturnahe Erholungsangebote bewirken eine Attraktivitätssteigerung für den Tourismus, was wiederum die ortsansässigen Betriebe und Geschäfte
stärkt, Arbeitsplätze sichert und die Finanzkraft der
Gemeinden verbessert."

Modellregion für Nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise

Im Biosphärenpark Großes Walsertal begannen die
Vorbereitungen für die UNESCO-Anerkennung im September 1998,
als die Regionalplanungsgemeinschaft Großes Walsertal
übereinkam, in den sechs Gemeinden ihres Tales eine
Entwicklung anzukurbeln, die das Große Walsertal zu einem Biosphärenpark machen soll. Umweltlandesrat Erich Schwärzler
dazu: "Ein Biosphärenpark ist kein Naturschutzgebiet, aus dem
sich der Mensch möglichst zurückziehen soll, sondern eine Modellregion für nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweisen."
In einem Biosphärenpark wird Umweltbildung betrieben, die
Natur beobachtet und erforscht, die landschaftlichen Schätze
als Kapital für Entwicklung von Tourismus, Wirtschaft und Lebensqualität gesehen. "Natur zu nutzen ohne ihr zu schaden,
so lautet die Devise eines Biosphärenparks", informiert
Landesrat Schwärzler.

Unterstützung durch das Land

Seit Projektbeginn wurde im Großen Walsertal einiges
geleistet, um die Arbeiten am Biosphärenpark voranzutreiben. Tatkräftige Unterstützung kam auch seitens des Landes
Vorarlberg, wo sich vor allem das Büro für Zukunftsfragen,
die Umweltabteilung und auch die Bezirkshauptmannschaft
Bludenz in der Sache engagiert haben.

Informationsveranstaltungen, Logo, Leitbild

In den letzten zwei Jahren wurden zahlreiche Informationsveranstaltungen durchgeführt, es wurde eine Gebietszonierung erarbeitet, die das Tal je nach Nutzungsgrad
und Schutzwürdigkeit in verschiedene Bereiche einteilt, es
wurde ein Logo entwickelt und gemeinsam mit den Walserinnen
und Walsern ein talweites Leitbild erarbeitet. In diesem
Leitbild steht die Förderung der biologischen Landwirtschaft genauso festgeschrieben wie der naturorientierte Tourismus,
die Verarbeitung heimischer Rohstoffe oder die Forcierung von Biomasse und Fotovoltaikanlagen als Energielieferanten für
das Tal. In einem Schülerprojekt wurde eine CD-ROM über das
Tal erstellt, welche die Funktion eines "modernen, digitalen Heimatbuches" haben soll.

Das Pilotprojekt "Abenteuer Biosphärenpark" hat bereits
ganz konkrete Formen angenommen: "Abenteuer Biosphärenpark"
steht für Tages-, Mehrtages- und Wochenveranstaltungen im Biosphärenpark, an denen Schüler, Familien und Gäste die
Natur und Kultur des Tales mit allen Sinnen entdecken und
erfahren sollen. Einige Schulklassen haben bereits letzten
Sommer dieses Angebot genutzt, eigene Biosphärenparkbetreuer
wurden ausgebildet, und im nächsten Jahr soll eine ganze
Reihe an Naturerlebnis-Veranstaltungen stattfinden. Seit Juli
gibt es den "Blickwinkel", ein talweites Infoblatt, das über Neuigkeiten und Veranstaltungen im und um den Biosphärenpark berichtet.

Weihnachtsaktion "Die köstliche Kiste"

Im Juli dieses Jahres wurde das Große Walsertal als
Vorstufe für die internationale Anerkennung durch die UNESCO bereits von der Vorarlberger Landesregierung per Verordnung
als Biosphärenpark ausgewiesen, was die Talbevölkerung mit
einem großen Fest feierte. Für das näherrückende
Weihnachtsfest haben sich die Bewohner etwas besonderes
einfallen lassen: "Die köstliche Kiste" mit kulinarischen Spezialitäten direkt von Bauern aus dem Großen Walsertal.

An Ideen, was in den nächsten Jahren im Tal "bewegt"
werden soll, mangelt es nicht. Die Menschen im Großen
Walsertal werden durch die UNESCO-Auszeichnung nun mit neuem
Elan an die Realisierung ihrer Projektideen herangehen.
Nähere Informationen zum Projekt erteilt die
Geschäftsführerin Birgit Reutz-Hornsteiner (Tel. 05574/511-
20614, biosphaerenpark@grosseswalsertal.at).
(so/tm/so/dig,nvl)

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