Cap setzt sich für Drittnutzer im Museumsquartier ein

"Kulturausschusssitzung" in die Zukunftswerkstätte verlegt

Wien (SK) "Streitfall Museumsquartier? Eine Debatte, bei der nicht nur die Parlamentarier und der Geschäftsführer des Museumsquartiers, sondern auch die Nutzer des Museumsquartiers ein Wörtchen mitzureden haben", kritisierte SPÖ-Kultursprecher Josef Cap den letzten Kulturausschuss, der unter Ausschluss der Drittnutzer abgelaufen ist, und initiierte kurzerhand eine Diskussionsveranstaltung in der Zukunftswerkstätte, bei der neben dem Geschäftsführer des Museumsquartiers, Wolfgang Waldner, und der FPÖ-Kultursprecherin Brigitte Povysil auch der General Director von Public Netbase, Konrad Becker, präsent war. Für Aufregung sorgte eine Wortmeldung eines FPÖ-Vertreters, der Public Netbase "offene Rechnungen" vorhielt, eine Information die er angeblich in der letzten Budgetsitzung vernommen haben will. Cap bestritt dies: "Unbezahlte Rechnungen sind in der offiziellen Ausschusssitzung nicht debattiert worden." ****

"Was mich nervös macht, ist die Verkürzung der Museumsquartier-Frage auf eine technokratische Debatte", schaffte Cap seiner Kritik Gehör. Anstatt über das Selbstverständnis des Museumsquartiers zu diskutieren und eine echte Kulturdiskussion zu führen, frage man sich, wieviel das linke obere Eck koste. Es sei "unerlässlich", betonte Cap, eine Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst aber auch mit den neuen Kulturtechnologien - Stichwort Public Netbase - zu führen. Diesen "Schnittstellen zwischen Kultur und den modernen Informationstechnologien" müsse man schon allein aus einer kommerziellen Überlegung heraus Raum verschaffen, machte Cap aufmerksam. Denn: mit deren Popularität stellen sie einen zusätzlichen Werbefaktor für das Museumsquartier dar. Was Cap auf keinen Fall anstrebe, sei ein "Kunstherzmansky", wo alles und jeder in irgend einer Art und Weise vertreten sei.

Damit war der Hauptstreitpunkt bei der Debatte um das Museumsquartier bereits angesprochen: Die so genannten Drittnutzer, kleine Initiativen im Bereich der Gegenwartskunst, wie Public Netbase, Depot, Basis Wien oder das Institut für Kulturwissenschaften, fürchten um ihren Standort. Dürfen sie nun im Museumsquartier verbleiben, oder nicht? Laut Cap haben diese autonomen Initiativen einen legitimen Anspruch drinnen zu bleiben, da sie bis jetzt unter schwierigsten Bedingungen für das Museumsquartier gearbeitet haben -und das mit Erfolg.

Die Position der FPÖ, die aufs Neue nach der Devise "die Hand, die einen füttert, beißt man nicht" agiere und kritischen Kulturinitiativen die Subventionen zu entziehen versuche, empfand Cap als "unfassbar". Als aktuelles Beispiel dafür führte Cap den Fall des Leiters der Kärntner Landesgalerie an, der seiner Funktion enthoben wurde, weil er für ein betont kritisches Programm eintrat. Povysil fühlte sich dafür nicht zuständig - "Ländersache" - genauso wenig wie auch für die Schließung des regierungskritischen Depots, das eigentlich Bundessache wäre. Becker sprach von einer "Repression gegen kritische Institutionen" und der SPÖ-Kultursprecher empfahl Povysil einen dringenden "Nachdenkprozess".

Der Streitfall Museumsquartier stehe indes nur exemplarisch für eine viel grundsätzlichere Kontroverse, die sich seit der blau-schwarzen Wende immer weiter zuspitze, machte Cap deutlich: der Konflikt zwischen autoritären und liberalen Vorstellungen. (Schluss)lm

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK