2. Österreichische Präventionstagung in Wien

Bewusst lebt besser - Bewegung und Ernährung

Wien (OTS) - "Bewusst lebt besser - Bewegung und Ernährung" lautet das Motto der 2. Präventionstagung des Fonds Gesundes Österreich, die am 16. und 17. November in Wien stattfindet. Hochkarätige österreichische und internationale Experten diskutieren aktuelle Erkenntnisse zu entscheidenden Lebensstil-Faktoren.

Lebensstilbedingte Erkrankungen sind in Österreich die Todesursache Nummer eins - Bewegungsarmut und unausgewogene Ernährung stellen die zentralen Risikofaktoren dar. Hinzu kommen oft Rauchen, Stress und psychische Probleme. Bei einer Studie des Fonds Gesundes Österreich 1999, gab ein Viertel der Befragten an, niemals Sport zu betreiben - bloß ein Drittel macht regelmäßig etwas für die Fitness. Auch beim Thema Ernährung sind die Zahlen eher bedenklich: Zwar achten drei Viertel der Frauen beim Erstellen ihres Speiseplans auf ihre Gesundheit, bei Männern jedoch nicht einmal die Hälfte. "Gezielt eingesetzte Gesundheitsförderung und Prävention - gerade bei so wichtigen Lebensstilthemen wie Ernährung und Bewegung - sind hier ein entscheidender Beitrag zur Krankheitsverhinderung", betonte daher auch Univ.-Prof. Dr. Reinhart Waneck, Staatssekretär für Gesundheit und Präsident des Fonds Gesundes Österreich bei der Konferenz.

Auf der Tagung informiert der Fonds Gesundes Österreich über viele Facetten zum Thema Lebensstil. Renommierte Experten referieren zu den Themen Ernährung und Bewegung, darüber hinaus wird eine breite Plattform für umfassende Diskussionen geboten.

Unter dem Motto "Bewusst lebt besser" setzt der Fonds Gesundes Österreich bereits seit einem Jahr einen inhaltlichen Schwerpunkt im Bereich Lebensstil. "Ein wesentlicher Punkt in diesem Rahmen ist die Förderung von regionalen Projekten, die eine große Menge von Menschen zu einer Verbesserung ihrer Gewohnheiten anleiten und das Gesundheitsbewusstsein in der Öffentlichkeit fördern können", sagt Dennis Beck, Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich. Zahlreiche umfassende Projekte in den unterschiedlichsten Bereichen wie beispielsweise "Fit & gesund" im Burgenland, "Ich liebe mich. Ich hasse mich. Essstörungen" in Niederösterreich oder das Projekt "Altersgerechte und gesundheitsgerechte Schulen in der Steiermark" werden bereits erfolgreich und mit viel Engagement umgesetzt.

Medizin und Gesundheitspolitik von morgen

"In den Ländern der Überflussgesellschaft bedrohen ernährungsabhängige Erkrankungen nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems", sagte Univ.-Prof. Dr. Hans-Joachim Zunft vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam bei der Präventionstagung in Wien. Auch im Rahmen der Gesundheitspolitik wird daher der Präventionsgedanke unterstützt. "Es ist bekannt, dass nur 28 Prozent unseres Gesundheitszustandes durch Vererbung bedingt sind, hingegen 62 Prozent durch unseren Lebensstil beeinflussbar sind, gar nur zehn Prozent betreffen die kurative Medizin, in die wir gegenwärtig 90 Prozent unserer Gesundheitsressourcen investieren", so Staatssekretär Waneck. Die Erfahrung im Gesundheitsbereich habe gezeigt, dass der Lebensstil des Einzelnen nicht durch verordnete Kampagnen verändert werden kann: "Eine anhaltende Verhaltensänderung setzt eine Sensibilisierung und ein ausgeprägtes Problembewusstsein voraus", ist der Staatssekretär überzeugt. Gesundheitsförderung sei ein unverzichtbarer Bestandteil der heutigen Gesundheitspolitik.

"In Zukunft wird es weniger darauf ankommen, eine Krankheit zu heilen - das wird gewissermaßen eine Selbstverständlichkeit sein -als vielmehr das Auftreten einer Erkrankung zu verhüten", so die Prognose des Mediziners, Univ.-Prof. DDr. Wildor Hollmann vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Sporthochschule Köln. "Dabei wird einer individuell angepassten körperlichen Aktivität eine besondere Bedeutung zukommen."

Richtige Ernährung und regelmäßige Bewegung verlängern unser Leben

Lebensqualität wird auch durch die individuelle Lebensführung bestimmt. Es zeige sich, dass ein Überfluss an Angeboten in den meisten Ländern Europas und Nordamerikas Lebensmittelauswahl und Konsum prägt, erklärte Prof. Zunft: "Längst geht es für einen Großteil der Bevölkerung der Industrieländer nicht mehr um das bloße Sattwerden. Vielmehr gilt es, darüber hinaus Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen, die sozial, psychologisch oder auch ökonomisch motiviert sein können."

Mit dem vielfältigen Angebot an Nahrungsmitteln geht jedoch keineswegs eine ausgewogene Ernährung einher. Zwar sind die Grundzüge einer gesundheits-orientierten Ernährung etwa zwei Drittel der europäischen Bevölkerung bekannt, wie repräsentative europaweite Befragungen demonstrieren, die vom Institute of European Food Studies, Dublin, in den Jahren 1995 bis 1998 durchgeführt wurden. "Trotzdem tragen sozioökonomische Faktoren einerseits und gesellschaftliche Traditionen andererseits wesentlich zu dem falschen Verhalten in Lebensstilfragen bei", sagt Prof. Zunft.

Unausgewogene Ernährung, Überernährung - Stichwort Übergewicht -und die damit einhergehende qualitative Fehlernährung stellen somit in Österreich ebenso wie in den anderen industrialisierten Ländern wichtige Probleme dar. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Osteoporose, Karies, Diabetes, Bluthochdruck sind die Folgen. In Österreich beliefen sich die Kosten Anfang der 90er-Jahre, die allein durch Übergewicht und dessen Folgekrankheiten entstanden, auf 9 bis 15 Milliarden Schilling. "Einer adäquaten, ausgewogenen Ernährung kommt daher im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention eine zentrale Rolle zu", sagt Dennis Beck. Ebenso ist ein Mindestmaß an Bewegung nicht nur physiologisch notwendig, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für das seelische Gleichgewicht. Beschwerden und Erkrankungen, die auch auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind, kann durch ein richtiges Maß an sportlicher Aktivität gezielt entgegengewirkt werden - das ist wissenschaftlich belegt. Ganz abgesehen davon, dass Bewegung die Lebensqualität erheblich steigert. "Gezieltes und regelmäßiges Training baut die zentralen Faktoren Ausdauer, Kraft und Koordination auf, die für einen gesunden Körper und für das persönliche Wohlbefinden entscheidend sind", wie Prof. Hollmann betont. "Beim erwachsenen Menschen dient genügende körperliche Aktivität der Vorbeugung von zahlreichen Herzkreislauf-und Stoffwechselerkrankungen sowie von einigen Krebskrankheiten. Beim älteren und alten Menschen stellt körperliche Aktivität die einzige, wissenschaftlich gesicherte Möglichkeit dar, sich jung zu erhalten", so der Sportmediziner.

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