Welterbe Wachau? - BILD (web)

UNESCO-Entscheidung fällt in diesen Tagen!

Wien (OTS) - Initiative "Welterbe Wachau"

Mit Spannung erwartet die ALLIANCE FOR NATURE, den Beschluß des UNESCO-Welterbe-Komitees, das in der Woche vom 27.11. - 02.12.2000 (48. KW) seine Sitzung in Australien abhält und darüber entscheidet, welche Naturlandschaften und Kulturdenkmäler von "außergewöhnlichem universellem Wert" zu "World Heritage Sites" (Welterbestätten) erklärt werden. (Die Erklärung von Naturlandschaften und Kulturdenkmälern zu "World Heritage Sites" (Welterbestätten) erfolgt gemäß der internationalen UNESCO-"Konvention zum Schutz des Kultur-und Naturerbes der Welt".)

Für die Republik Österreich geht es hierbei insbesondere um die Wachau, die voriges Jahr auf Initiative der ALLIANCE FOR NATURE zur Aufnahme in die Welterbe-Liste nominiert wurde.

DI Christian Schuhböck, Generalsekretär der ALLIANCE FOR NATURE und Initiator der Initiative "Welterbe Wachau", hofft, daß das Welterbe-Komitee die Wachau zur Welterbestätte erklärt: "Das Ziel unserer Initiative "Welterbe Wachau" ist es, diese außergewöhnliche Fluß- und Kulturlandschaft unter den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft zu stellen. Damit wollen wir sicherstellen, daß auch in Zukunft kein Kraftwerk in diesem Flußabschnitt errichtet wird. Denn die Donau soll zumindest im Bereich der Wachau ihre freie Fließstrecke behalten dürfen. Auf österreichischem Gebiet ist der ehemals kraftstrotzende Strom ohnedies bereits zu 80 Prozent aufgestaut und denaturiert."

Für ALLIANCE-Generalsekretär Christian Schuhböck wäre eine positive Entscheidung die Krönung der Initiative "Welterbe Wachau", die er 1993 ins Leben rief. Sollte die Wachau diese hohe Auszeichnung erhalten, hätte die ALLIANCE FOR NATURE nach der Semmeringbahn eine zweite Welterbestätte in Österreich geschaffen und damit eine wertvolle Landschaft für kommende Generationen sichergestellt.

Der Verlauf der Initiative "Welterbe Wachau"

November 1972: Die Generalkonferenz der UNESCO beschließt die "Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (Welterbe-Konvention), die im Dezember 1975 in Kraft tritt (bislang gibt es 630 Welterbestätten in 118 Ländern: 128 Naturlandschaften, 480 Kulturdenkmäler, 22 gemischte Natur- und Kulturerbestätten. (Stand: November 2000)

1991: Seit diesem Jahr setzt sich die ALLIANCE FOR NATURE für den Beitritt Österreichs zur Welterbe-Konvention ein.

Januar 1993: Die ALLIANCE FOR NATURE schlägt dem Bundesland Niederösterreich sowie dem (damaligen) Bundesministeriurn für Wissenschaft und Forschung die Nominierung der Wachau als Welterbestätte vor.

März 1993: Die Republik Österreich tritt der Welterbe-Konvention bei.

September 1993: Der Landeshauptmann von Niederösterreich teilt der ALLIANCE FOR NATURE mit, daß das Land Niederösterreich die Semmeringbahn und die Wachau für die Nominierung als Welterbestätte vorschlägt.

Ende März 1993: Die ALLIANCE FOR NATURE startet eine österreichweite Unterschriftenaktion und Öffentlichkeitskampagne für die Nominierung der Wachau als Welterbestätte.

Dezember 1993: Das Bundesdenkmalamt versichert der ALLIANCE FOR NATURE seine Unterstützung zur Nominierung der Wachau.

April 1994: Konferenz des Bundes und der Bundesländer, bei der die Aufnahme der Wachau in die sogenannte "tentative list" (vorläufige Liste; Vorschlagsliste) potentieller Welterbestätten Österreichs beschlossen wird.

Ende 1994: Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung fördert ab diesem Zeitpunkt die Welterbe-Aktivitäten der ALLIANCE FOR NATURE.

Frühjahr 1995: Die Naturschutzabteilung im Amt der NÖ Landesregierung lehnt eine Unterstützung der Initiative "Welterbe Wachau" mit der Begründung ab, "daß angesichts der doch geteilten öffentlichen Meinung über die Verleihung des Europadiploms für die Wachau jede Aktion in Richtung Welterbe-Nennung, die über die interne Diskussion hinausgeht, kontraproduktiv und daher derzeit nicht sinnvoll ist". Der "Arbeitskreis zum Schutz der Wachau" schließt sich dieser Meinung an. Dennoch läßt sich die ALLIANCE FOR NATURE nicht entmutigen und setzt ihre Initiative "Welterbe Wachau" unbeirrt fort.

September 1996: Die ALLIANCE FOR NATURE veranstaltet eine Schiffahrt auf der Donau, um die verantwortlichen Politiker und Beamten zur Nominierung der Wachau als Welterbestätte zu bewegen. Bei dieser Gelegenheit sagt NÖ LH Dr. Erwin Pröll seine Unterstützung zu. Die ALLIANCE FOR NATURE intensiviert ihre Öffentlichkeits- und PR-Arbeit in der Wachau.

Juni 1997: Sitzung des "Arbeitskreises zum Schutz der Wachau", bei der die ALLIANCE FOR NATURE die Gelegenheit erhält, die Initiative "Welterbe Wachau" vorzustellen.

Januar 1998: Die ALLIANCE FOR NATURE veranstaltet gemeinsam mit dem "Arbeitskreis zum Schutz der Wachau" und der Naturschutzabteilung im Amt der NÖ Landesregierung in Melk und Weißenkirchen je eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema "Welterbe Wachau". Dabei zeigt sich bereits eine überwältigende Zustimmung der Bevölkerung.

Frühjahr 1998: Die Gemeinden der Wachau fassen zustimmende Beschlüsse zum Projekt "Welterbe Wachau". Die Abgrenzung des geplanten Welterbe-Gebietes wird abgestimmt. Die Stadt Krems ersucht um Einbeziehung des Altstadtensembles von Krems und Stein in die angestrebte Welterbe-Region. Auch die Gemeinde Mühldorf erwünscht eine Erweiterung des geplanten Welterbe-Gebietes.

Dezember 1998: Die Semmeringbahn wird von der UNESCO zur Welterbestätte erklärt.

Februar 1999: Unter Leitung von LH Dr. Erwin Pröll werden die Wachauer Bürgermeister über den Stand der Nominierung informiert.

Mai 1999: Im Auftrag der Kultur- und der Naturschutzabteilung im Amt der NÖ Landesregierung führt die ALLIANCE FOR NATURE zwei weitere Informationsveranstaltungen in Spitz/Donau und in Aggsbach-Dorf durch.

Juni 1999: Die Republik Österreich stellt den offiziellen Antrag zur Aufnahme der Wachau in die Welterbe-Liste.

Frühsommer 1999: Die Initiative "Welterbe Wachau" wird Vorbild für die Initiative "Welterbe Mittelrhein" (Deutschland).

März 2000: Das UNESCO-Welterbe-Zentrum informiert die ALLIANCE FOR NATURE, daß die Evaluierung der Wachau für die Eintragung in die Welterbe-Liste erfolgt.

Dezember 2000: Das Welterbe-Komitee entscheidet über die Ernennung von neuen Welterbestätten - u.a. auch über die Wachau.

Die Wachau, eine Perlenkefte an der Donau

Auf ihrer mehr als 2.800 km langen Reise durchfließt die Donau kaum eine Landschaft in der sich Natur, Kultur und Menschenwerk zu einer derart einzigartigen Symbiose vereinigen wie in der Wachau. Die windgeschützte Lage am Strom, der Einfluß des pannonischen Klimas und der fruchtbare Talboden schufen jene Voraussetzungen, welche die Wachau zu einem der ältesten Siedlungsgebiete Europas werden ließen -dokumentiert durch den weltberühmten Fund der Venus von Willendorf.

Die Wachau ist eine der wenigen Stromabschnitte, in dem die Donau noch frei in ihrem natürlichen Flußbett fließen darf, nicht durch ein Kraftwerk aufgestaut wurde und deshalb streckenweise noch flußbegleitende Auwälder besitzt. Die dichte Abfolge von natürlichem Auwald, Trockenrasen, Eichen-, Buchen- und Kiefernmischwäldern, verzahnt mit kulturell bewirtschafteten Weinterrassen und Obstanbauflächen, gewährt der Wachau eine außerordentliche Artenvielfalt an Flora und Fauna.

Neben den natürlichen Besonderheiten wird die Wachau auch durch ihre Baudenkmäler sowie dörflichen und städtischen Ensembles geprägt. Wie die Schalen einer Muschel flankieren die imposanten, weithin sichtbaren Benediktinerstifte Melk und Göttweig die Flußlandschaft in der sich liebliche Ortschaften wie Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein mit dem Augustiner-Chorherrenstift wie Perlen entlang der Donau aneinanderreihen.

Ein Geschenk Niederösterreichs an die Welt

Im Januar 1993 startete die ALLIANCE FOR NATURE die Initiative "Welterbe Wachau", die die Kulturlandschaft zwischen Melk und Krems mit ihrer freifließenden Donau unter den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft stellen möchte. Noch bevor die Republik Österreich im März 1993 Mitglied der "Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" wurde, unterbreitete die ALLLANCE FOR NATURE dem Land Niederösterreich den Vorschlag, die Wachau als potentielle Welterbestätte zu nominieren. Nach mehrmonatiger Prüfung stimmte das Land dem Vorschlag zu.

Auch LH Dr. Erwin Pröll unterstützt persönlich die Bemühungen der ALLIANCE FOR NATURE: "Als Landeshauptmann von Niederösterreich begeistert mich die Idee der Umweltschutzorganisation ALLIANCE FOR NATURE, mit einer eigenen Initiative gezielt dafür zu arbeiten, daß dieses einzigartige Kleinod der Natur mit seinen prächtigen Baudenkmälern im Sinne der UNESCO-Konvention zum Welterbe der Menschheit erklärt wird und damit unter dem Schutz der Vereinten Nationen steht. (...) Vom Erfolg der Initiative bin ich überzeugt und freue mich schon jetzt auf den Tag, an dem die Wachau zu den Stätten des Welterbes zählt. Sie wird und ist damit zugleich eine kostbare Natur- und Kulturlandschaft, die Niederösterreich der Welt schenkt."

Yellowstone, Venedig, Taj Mahal ... und Wachau ?

Gemäß internationaler Welterbe-Konvention der UNESCO, die 1972 beschlossen wurde und die Erhaltung der bedeutendsten Naturlandschaften und Kulturdenkmäler der Welt zum Ziel hat, sind bislang 630 Welterbestätten geschützt. Zu den bekanntesten zählen die Nationalparke Yellowstone, Everglades und Serengeti, der Mount Everest, die Galapagos-Inseln sowie die Pyramiden von Ägypten, das indische Grabmal Taj Mahal, die Große Mauer in China, Venedig und die Altstädte von Rom und St. Petersburg.

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