"Neue Zeit" Kommentar: "Schleudern" (von Litsa Kalaitzis)

Ausgabe vom 16. 11. 2000

Graz (OTS) - Wenn ausgerechnet der Verkehrsminister öffentlich
beim Missachten einer Vorschrift der Straßenverkehrsordnung ertappt wird, dann braucht er für den Spott natürlich nicht zu sorgen. Michael Schmid, den eine ORF-Kamera beim Telefonieren am Steuer ohne die vorgeschriebene Freisprecheinrichtung beobachtet hatte, kann ein Lied davon singen. Der Steirer fand vermutlich nicht einmal die wirklich originelle Parlamentarische Anfrage lustig, in der die Grünen unter anderem wissen wollten: "Sind weitere Werbeauftritte des Ministers in eigener Sache geplant?" Noch weniger lustig findet es jetzt SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder, dass Schmids Nachfolgerin im Infrastrukturministerium, Monika Forstinger, "auf dem besten Weg ist, in die Fußstapfen ihres Vorgängers zu treten", wie er sich mokiert. Tatsächlich war die Neo-Verkehrsministerin bei einem ihrer ersten TV-Interviews auf der Rückbank eines fahrenden Autos zu sehen, ohne angegurtet gewesen zu sein. Außerdem habe sich die Oberösterreicherin mit ihrer relativierenden Bemerkung, dass wohl schon viele Autofahrer gegen das Handyverbot verstoßen hätten, über Verkehrsvorschriften lustig gemacht, bezweifelt Eder, dass die FPÖ-Politikerin die notwendige Qualifikation mitbringe, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Auch wenn sich die neue Ministerin als "Gurtenmuffel" ihre Vorbildwirkung zum Auftakt selbst stark eingeschränkt hat: Deswegen kommt sie sicher nicht in den Schleuderkurs, den ihr manche offensichtlich wünschen.

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