"Kleine Zeitung" Kommentar: "Flurschaden" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 15.11.2000

Graz (OTS) - Schadensbegrenzung hat die schwarz-blaue Koalition betrieben, als der Ministerrat in der Kaprun-Trauersitzung den bereits beschlossenen Plan beerdigte, das Arbeitslosengeld bei einvernehmlicher Kündigung bzw. bei Auslaufen eines befristeten Dienstvertrages für vier Wochen zu sperren.

Ob die jetzige Lösung, die Anwartschaft auf einen zweiten Arbeitslosengeldbezug anzuheben und auf das neue Saisonmodell im Tourismus zu vertrauen, greift, bleibt abzuwarten.

Es gibt weiterhin Umgehungsmöglichkeiten, solange man nicht erwägt, für gewisse Branchen einen höheren Beitrag zur Arbeitslosenversicherung einzuheben. Außer Streit steht, dass der Tourismus weit mehr aus dem Topf herausholte als einzahlte und so der Urlaub vom Arbeitsamt finanziert wurde.

Der Ansatz, wie der für Wirtschaft und Arbeit zuständige Minister Martin Bartenstein das Missverhältnis beseitigen wollte, war allerdings falsch. Er hätte vor allem die Berufseinsteiger getroffen, was die Mobilität am Arbeitsmarkt behindert hätte.

Bartenstein wird sich vom verhätschelten Koalitionspartner hintergangen fühlen. Es war ein leichtes Spiel: Sein Geschoss ging treffsicher am Ziel vorbei und richtete bloß Flurschaden an. ****

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