Seilbahnkatastrophe: So ist die Versicherungssituation

4 Mio Schilling oder 240.000 Schilling Jahresrente für Verletzte bzw. Getötete

Wien(PWK981) Bei Katastrophen wie jener am Kitzsteinhorn stellt sich neben Schmerz und Trauer auch die Frage der finanziellen Abgeltung Geschädigter; haben doch viele den Vater oder Partner verloren und damit auch ernste existenzielle Sorgen. Das EKHG (Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz) sieht dafür bei Unfällen mit Seilbahnen Höchstbeträge vor, nämlich öS 4 Mio. für die Tötung und Verletzung eines Menschen oder einen jährlichen Rentenbetrag von 240.000 Schilling. "Nach unseren Erfahrungen hat die österreichische Seilbahnwirtschaft für solche Fälle ausreichend Sorge getragen, das heißt allfällige Ansprüche von Hinterbliebenen dürften voll gedeckt sein", weiß Wolfgang Steinmayr, Bundesgremialvorsteher der Versicherungsmakler und als einer der größten Versicherer für Seilbahnen und Lifte in Westösterreich selbst Spezialist in diesen Fragen.

Die Frage nach zivil- oder strafrechtlicher Haftung könne allerdings erst nach Abschluss der eingeleiteten Untersuchungen endgültig beantwortet werden, meint Steinmayr. Strafrechtliche Haftung würde dann vorliegen, wenn "menschliches Versagen" als Unglücksursache feststeht. Dann würde die Haftung die verantwortliche Person - ob Liftwart oder Generaldirektor - und nicht das Unternehmen betreffen. Weil aber in solchen Fällen eine "Gefährdungshaftung" von Gesetz wegen besteht, sollte einer Leistung durch die Versicherung nichts im Wege stehen. "Die genannten Ersatzsummen sind natürlich nur festgesetzte Mindestbeträge, die sich entsprechend erhöhen, wenn der Tote oder Verletzte etwa dreifacher Familienvater ist", betont Steinmayr. Nach seinen Erfahrungen zeigen sich die Versicherer im Falle von Katastrophen wie in Kaprun üblicherweise sehr kulant, sowohl was Soforthilfe, als auch Anspruchhöhe angeht. Entsprechende Richtlinien gibt das ABGB (Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch) vor. Bei Feuerschäden, wie er im Falle Kaprun vorliegen dürfte, haftet gegenüber den Geschädigten in der Regel die Betriebshaftpflichtversicherung der Seilbahnbetreiber. (MH)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4462
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wkoe.wk.or.at
http://www.wko.at/PresseWirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK