Viehhalter können Kosten der Risikomaterialbeseitigung nicht allein tragen

Verwaltungsvereinfachung statt weiterer Papierflut gefordert

Wien, 14. November 2000 (AIZ). - "Gemäß einer Entscheidung der Europäischen Kommission muss spezifisches Risikomaterial von Wiederkäuern beseitigt werden. Es besteht auch aus österreichischer Sicht kein Zweifel daran, dass diese Regelung angesichts der aktuellen Situation umzusetzen ist. Allerdings dürfen zu den schon derzeit anfallenden Gebühren in der Tierkörperverwertung nicht noch weitere Kosten hinzukommen. Dies würde auf eine Vervielfachung der Kostenbelastung beim Viehhalter hinauslaufen. Ich fordere daher österreichweit eine Kostentragungsregelung durch Bund und Länder, damit sowohl die Landwirtschaft als auch die Fleischwirtschaft nicht weiter belastet werden und nicht an Wettbewerbsfähigkeit verlierenÜ, stellte heute der Vorsitzende des Viehausschusses in der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Ludwig Penz, fest. Penz ist auch Präsident der Landwirtschaftskammer für Tirol. ****

Im Zuge des "DauerbrennersX BSE-Krise werden auch in Österreich seit 1. Oktober dieses Jahres die neuen EU-weit gültigen Vorsichtsmaßnahmen der Verbrennung von Nervengewebe von Rindern und Schafen umgesetzt, obwohl Österreich nicht als Region mit erkennbarem Risiko gilt. Vielmehr ist auf Grund der internationalen Handelsverpflichtungen und eines verschärften Vorsichtsprinzips eine neue Sicherheitsstufe eingezogen worden. Die Übernahme der Kosten durch die öffentliche Hand ist derzeit nur in Frankreich durch ein seit drei Jahren bestehendes System gesichert.

"Die Viehhalter können auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Situation diese neuen Kosten von mehreren hundert Schilling pro Rind nicht tragen, und die Fleischwirtschaft will und kann dies genau so wenig. Es muss daher ein Mechanismus gefunden werden, in den alle Verbraucher einbezogen werden, da eine solche allgemeine Vorsichtsmaßnahme letztlich zum Nutzen der gesamten Bevölkerung umgesetzt wird. Sogar wenn ein Rind unter erklärbaren Umständen, etwa bei einer Geburt, verendet, kämen neuerdings zum wirtschaftlichen Schaden von ATS 10.000,- bis ATS 20.000,- noch ATS 3.000,- an Entsorgungskosten hinzu, das ist nicht tragbar9, so Penz weiter.

Kritik an zunehmender Papierflut

Wenig Freude hat Penz mit der weiterhin zunehmenden Papierflut. So soll etwa für das Jahr 2001 zur bestehenden Alpungsmeldung noch eine weitere schriftliche Almmeldung aller Rinder im Vorhinein geschaffen werden. Diese bedürfte einer neuen amtstierärztlichen Bestätigung im Vorhinein und wurde angeblich von EU-Veterinären gefordert.

"Ich ersuche die zuständigen österreichischen Stellen nachdrücklich, das geplante Vorhaben in Brüssel noch einmal zur Diskussion zu stellen. Wir streben eine Verwaltungsvereinfachung an und akzeptieren keine weitere Verkomplizierung und Bürokratisierung. Hier muss es noch einmal einen neuen Anlauf geben", erklärte Penz. (Schluss)

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