Schwerpunkt "Österreichischer Film" am 16. November in den ORF-"Kunst-Stücken"

Peter Payers "Untersuchung an Mädeln" am 16. November

Wien (OTS) - Nach dem Auftakt mit Michael Glawoggers Städtestudie "Megacities" zeigen die "Kunst-Stücke" am Donnerstag, dem 16. November 2000, im Rahmen des ORF-Programmschwerpunktes "Österreichischer Film", eine weitere heimische Filmproduktion:
Andrea Schurian präsentiert ab 22.40 Uhr in ORF 1 Peter Payers Film "Untersuchung an Mädeln". Payer inszenierte sein Kinofilmdebüt als hintergründig-satirische Adaption des gleichnamigen Romans von Büchner-Preisträger Albert Drach, von diesem als "Kriminalprotokoll" bezeichnet. Der ORF unterstützte diese Literaturverfilmung aus dem Jahr 1998 im Rahmen des Film- und Fernsehabkommens.
Als dritten und letzten Film aus der Schwerpunkt-Reihe "Österreichischer Film" bieten die "Kunst-Stücke" am Donnerstag, dem 23. November 2000, ab 22.40 Uhr in ORF 1 Ulrich Seidls Semidokumentation "Models", in der es um Licht- und Schattenseiten des Modellebens geht. Mit "Models" setzt Seidl, der bereits mit Filmarbeiten wie "Spaß ohne Grenzen", "Tierische Liebe" und "Good News" für Diskussionen sorgte, seine filmischen Grenzgänge zwischen Inszenierung und dokumentierter Realität fort.

"Untersuchung an Mädeln": Donnerstag, 16. November 2000, 22.40 Uhr, ORF 1
Zwei junge Frauen, Stella Blumauer (Anna Thalbach) und Esmeralda Nemetz (Elke Winkens) werden beim Autostoppen von Josef Trummer (Marian Stermschegg) in dessen Wagen mitgenommen und sexuell missbraucht. Als Trummer nach diesem Ereignis spurlos verschwindet, kommt der Verdacht auf, dass die beiden Mädeln ihn mit einem Kreuzschraubenschlüssel erschlagen und seiner Barschaft beraubt hätten. Da Stella und Esmeralda keinen guten Ruf haben und in Sachen Männerbekanntschaften als wahllos und verderbt gelten, wird Notwehr als Tatmotiv ausgeschlossen. Bevor das Gericht sein Urteil sprechen kann, werden die beiden von der öffentlichen Meinung sowie von den ermittelnden Behörden und der Presse längst für schuldig befunden. Nur: Die Leiche des angeblich Ermordeten bleibt weiterhin spurlos verschwunden.
Neben den beiden "Mädeln", Elke Winkens und Anna Thalbach, sind in weiteren Rollen unter anderem Max Tidof, Simon Schwarz, Otto Sander, Branko Samarovski, Martin Brambach, Regina Fritsch, Marcus Bluhm, Max Mayer u. v. a. zu sehen.
Regisseur Peter Payer hat in seinem Spielfilmdebüt den protokollarisch-nüchternen Erzählton des gelernten Juristen Albert Drach übernommen, ohne dass Spannung und Dramatik der Story darunter litten. Das verschrobene Amtsdeutsch, das Drach in seinem Roman entlarvend einsetzte, kommt im Film aus dem Off: Harry Rowohlt leiht dem Erzähler seine Stimme.
Das Drehbuch zu dieser kriminalistischen Satire auf gesellschaftliche Vorurteile, Sexualneid und Frauenverachtung, die in den siebziger Jahren angesiedelt ist, verfasste Regisseur Peter Payer gemeinsam mit dem Autor und "Kunst-Stücke"-Mitarbeiter Wolfgang Beyer.
Von Payers bisherigen Werken waren im ORF zuletzt die "Tatort"-Folge "Absolute Diskretion" und der Politthriller "Die Nichte und der Tod", beide entstanden unter seiner Regie, zu sehen. Bei letzterem zeichnete Autor Wolfgang Beyer unter anderem auch für das Drehbuch verantwortlich.
"Untersuchung an Mädeln" wurde für den Max-Ophüls-Preis nominiert und 1999 mit dem Publikumspreis des Internationalen Filmfests Mannheim-Heidelberg ausgezeichnet. Für die eindrucksvolle Bildsprache wurde Kameramann Andreas Berger 1999 mit dem "Goldenen Kader" geehrt.

"Untersuchung an Mädeln" ist eine Produktion der DOR Film, gefördert von ÖFI und ORF (über das Film- und Fernsehabkommen) sowie von WFF.

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