Wie gefährlich ist die Brennbarkeit von Kleidung ?

Wien (OTS) - Die Katastrophe von Kaprun hat die Frage nach der Brennbarkeit von Textilien aufgeworfen - Wie gefährlich ist unsere Kleidung, was kann man tun, wenn sie zu brennen beginnt?

Jährlich gibt es rund 6.000 leicht- und 1.500 schwerverletzte Personen, die sich aufgrund von Feuer und Rauch Verletzungen zuziehen. Bei etwa 50 Personen sind die Folgen lebensgefährlich. Durchschnittlich 5 Personen werden jährlich durch brennende Textilien - zumeist aus Unachtsamkeit der Betroffenen - verletzt.

Brennbare Fasern

Alle Textilien können brennen! Die einzigen unbrennbaren Stoffe sind Asbest, Glasfaser, Steinwolle und einige Spezialsynthetikfasern. Aufgrund der Trageigenschaften sind die Anwendungsbereiche jedoch auf Schutzkleidung für z.B. Feuerwehrleute und Hochofenarbeiter beschränkt.

Besonders leicht brennbar sind Textilien mit fasriger bzw. haariger Oberfläche wie Frotee, Flies und Baumwolle. Synthetische Materialen brennen zwar nicht so leicht wie Baumwolle, aber sie schmelzen und können sich mit der Haut verkleben, wodurch tiefere Hautschichten stark beschädigt werden. Tritt dies ein, keinesfalls versuchen, die am Körper angebrannten Textilien gewaltsam von der Haut zu lösen! Weiters leicht entflammbar sind Fasern mit dichtem Volumen wie z.B. Watte. Immer wieder kommt es zu Verletzungen, da z.B. selbstgemachte Faschingskostüme zu brennen beginnen.

Erfahrungsgemäß passieren viele Brände, wenn Morgenmäntel oder Schlafröcke im Spiel sind. Der "typische" Unfall sieht so aus: Man greift mit der Hand über die Flamme des Gasherdes, der Morgenmantel, der weit ausgeschnittene Ärmel hat, fängt Feuer. Ein weiteres Szenario, das immer wieder vorkommt: Man schläft mit der brennenden Zigarette im Bett ein! "Grundsätzlich ist jede Form eines offenen Feuers in geschlossenen Räumen problematisch. Die Tradition und das Bedürfnis nach Romantik stehen dem aber entgegen", so Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben". "Aus Sicherheitsgründen bedenklich sind z.B. auch Laternenfeste, bei denen Kinder in geschlossenen Räumen mit offenem Feuer umgehen!", so Dr. Kisser weiter. Das Institut "Sicher Leben" fordert daher dringend schärfere Normen für die Entflammbarkeit und Brandgeschwindigkeit von Textilien.

Tips, die Leben retten können

Brennende Kleidung sofort mit Wasser übergießen oder versuchen, die Flammen mit Hilfe von Decken oder anderen Kleidungsstücken zu ersticken, z.B. indem sich der Verletzte auf dem Boden wälzt. Nur verbrannte Kleidungsstücke entfernen, die nicht mit der Wunde verkleben. Anschließend für ca. 10 bis 15 Minuten ausschließlich kaltes Wasser über die Wunde laufen lassen. Ist dies nicht möglich, nasse, saubere und vor allem keimfreie Baumwoll- oder Leinentücher auf die Wunde legen und diese häufig wechseln. Niemals Eiswürfel, Mehl, Puder, Salben, Öle oder Ähnliches verwenden! Wichtig ist, daß der Betroffene nicht auskühlt, daher unverletzte Körperteile zudecken und bei Bewußtlosigkeit den Patienten in eine stabile Seitenlage bringen.

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