Österreichs Exporte nach West- und Nordeuropa steigen um 10 Prozent

Winkler: Großbritannien liegt mit einem Exportanstieg von 24,1 Prozent (1-7/2000) und hohem Handelsvolumen an der Spitze

Wien (PWK976) - "Der Außenhandel Österreichs mit den Staaten des nördlichen Europas (Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen, Irland, Luxemburg, Litauen, Lettland, Estland, und Island) verzeichnete in den ersten sieben Monaten 2000 ein Wachstum von 10,3 Prozent auf 241,6 Mrd Schilling", berichtete der Leiter der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich, Generalsekretärstellvertreter Egon Winkler, anlässlich der Außenhandelstagung Europa 1 gemeinsam mit den österreichischen Handelsdelegierten in diesen Staaten vor Journalisten. Die Importe entwickelten sich praktisch identisch und stiegen gegenüber der Vorjahresperiode um 10,2 Prozent auf 301,8 Mrd Schilling. Damit erhöhte sich der Außenhandel mit diesen 14 Staaten, in die rund die Hälfte aller österreichischen Exporte gehen, zwar kräftig, das Exportwachstum liegt aber im Vergleich zu Österreichs Gesamtexporten, die in der selben Periode um 16,3 Prozent anstiegen, etwas niedriger.

Dies sei vor allem auf den Außenhandel mit Österreichs wichtigstem Handelspartner Deutschland zurückzuführen, wohin die Ausfuhren, die etwa ein Drittel der österreichischen Gesamtexporte repräsentieren, von Jänner bis Juli um 8,4 Prozent auf 179,4 Mrd Schilling angewachsen sind, so Winkler. Die Einfuhren aus Deutschland legten in der gleichen Zeit etwas stärker - um 9,8% auf 231,5 Mrd Schilling -zu und machen rund 40 Prozent der Gesamtimporte Österreichs aus. Die bedeutendsten österreichischen Exportpositionen in die Bundesrepublik sind Maschinen und Fahrzeuge, Kfz-Teile und -Zubehör, Papier und Pappe, Chemieerzeugnisse sowie Nahrungsmittel. Eingeführt werden in erster Linie ebenfalls Maschinen und Fahrzeuge sowie bearbeitete Waren und chemische Erzeugnisse.

Der absolute Renner in den ersten sieben Monaten des heurigen Jahres war eindeutig Großbritannien. Mit einer Exportzuwachsrate von 24,1% rechnet Winkler mit einem Rekordjahresergebnis von über 45 Mrd Schilling. "Da die Importe nur um 11 % stiegen, bedeutet dies auch eine deutliche Verbesserung des österreichischen Handelsbilanzüberschusses auf 6 Mrd Schilling. Darüber hinaus haben sich unsere Marktanteile erhöht". Die österreichischen Exporte nach Großbritannien, die beim Beitritt zur EU 1995 bei 18,8 Mrd Schilling lagen, haben seitdem kontinuierlich stark zugenommen, und das bei einer durchwegs gut durchwachsenen Import-Export-Struktur, die sich über alle Produktgruppen ausdehnt. Gute Chancen für österreichische Firmen bestehen besonders bei Infrastrukturprojekten, im Eisenbahnbereich, bei Umweltschutztechnologien, Lebensmitteln und Getränken.

Auch in Irland setzte sich heuer die starke Expansion der österreichische Lieferungen trotz eines bereits hohen Niveaus in den ersten sieben Monaten fort. Mit Ausfuhren in der Höhe von 1,5 Mrd Schilling wurde ein neuer Rekord erzielt. Der bereits seit 1995 anhaltende Trend blieb damit ungebrochen.

"Nach einer langen Flaute konnte heuer bei den österreichischen Lieferungen in die Niederlande wieder ein beachtlicher Aufschwung um 12,9 % auf 12 Mrd Schilling verzeichnet werden", führte Winkler aus. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte heuer die Traummarke von 20 Mrd Schilling überschritten werden. Durch den starken Anstieg der österreichischen Exporte und einer 3,6-Prozent-Zunahme bei den Importen konnte erstmals das traditionelle Handelsbilanzdefizit kräftig verringert werden.

Trotz EU-Sanktionen ist es auch in Belgien gelungen, die Exporte der österreichischen Unternehmen um 11,2 % auf 8,1 Mrd Schilling zu steigern. Traditionsgemäß stellt die Position Maschinen und Fahrzeuge mit einem Anteil von über 40 % aller exportierten Waren den wichtigsten Posten mit über 3 Mrd Schilling dar. Neben den bearbeiteten Waren, die weiter angewachsen sind, hob Winkler besonders den Bereich Getränke hervor, der in den ersten 6 Monaten eine beachtliche Steigerung von 56 % aufweisen konnte. Die Importe aus Belgien behielten in etwa das Vorjahresniveau (+1,1 %). Auch in Luxemburg stiegen die österreichischen Exporte wesentlicher stärker (+15,3 %) als die Importe (+4,2 %).

"Für Schweden können für die ersten sieben Monate 2000 ebenfalls noch nie da gewesene Rekordergebnisse gemeldet werden. Durch den Anstieg von 22,7 % dürften die Exporte nach Schweden heuer die 10 Mrd Marke erstmals überschreiten", schätzt Winkler. Besonders erfreulich ist, dass der Exporterfolg breitgefächert ist: bei allen wichtigen Warenpositionen konnten bedeutende Zuwächse verzeichnet werden. Noch stärker als die Exporte kletterten allerdings die Importe aus Schweden (+34,5 %) in die Höhe.

Die österreichischen Exporte nach Dänemark konsolidierten sich auf hohem Niveau. In den ersten sieben Monaten konnten diese um 5,9 % auf knapp 4 Mrd Schilling gesteigert werden, während die Importe stagnierten. "Die seit 1997 bestehende positive Handelsbilanz Österreichs gegenüber Dänemark konnte so weiter ausgebaut werden", betonte Winkler. "Anders bei Finnland, wohin unsere Lieferungen bis Juli aufgrund noch ungenützter Chancen besonders bei Elektronikzulieferungen heuer leicht rückläufig waren (-2,4 %), die Importe hingegen um 16,1 % anstiegen."

Nach Norwegen konnten die österreichischen Ausfuhren in den ersten sieben Monaten um 15,2 % auf 2 Mrd Schilling erhöht werden, die Importe blieben mit 770 Mio
(-10,9 %) weit zurück.

"Litauen fällt zur Zeit ganz aus dem Rahmen", bemerkte Winkler. "Konnten 1999 noch Zuwächse in der Größenordnung von 12 % erzielt werden, mussten heuer bislang empfindliche Rückschläge um 21,4 % hingenommen werden." Der Rückgang ist fast zur Gänze auf starke Einbußen bei Textilien zurückzuführen, wo um rund 100 Mio Schilling weniger exportiert wurde. Hingegen konnten Österreichs Exporteure in Lettland trotz schrumpfender Gesamtimporte seine Ausfuhren leicht verbessern. Und der dritte baltische Staat Estland profiliere sich immer mehr als großer Zukunftsmarkt Österreichs, so Winkler. Mit Steigerungen um 20 % in den ersten sieben Monaten konnte nach dem kurzfristigen Einbruch des letzten Jahres (-6,5 %) ein zweistelliges Wachstum eingefahren werden.

Das geringste Volumen, aber die größte Steigerung bei den österreichischen Ausfuhren weist Island mit +38,2 % auf. Für das gesamte Jahr werden Ausfuhren in der Höhe von über 250 Mio Schilling erwartet, schloss der Außenwirtschaftsexperte seine Analyse. (Ne)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

AW-Referat Europa 1
Mag. Michael Spalek
Tel.: (01) 50105-4209

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK