Neues Buch: "Der Verrat"

Bundespräsident Thomas Klestil war am Zustandekommen der Sanktionen gegen Österreich maßgeblich beteiligt

Wien (OTS) - Wie in einem gruppendynamischen Rausch verständigten sich im letzten Jänner-Drittel des Jahres 2000 14 EU-Regierungschefs und Staatspräsidenten unter tatkräftiger Mithilfe des österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil, des Nationalratspräsidenten Heinz Fischer, aber auch des resignierten Bundeskanzlers Viktor Klima, das fünfzehnte Mitgliedsland mit Sanktionen zu belegen, die einem Verdammungsurteil gleich kamen.

Der Publizist Ernst Hofbauer beschreibt in seinem neuen Buch "Der Verrat" (Ibera Verlag/European University Press GmbH, 295 Seiten, 348 Schilling) das Zustandekommen der Sanktionsbeschlüsse gegen die Republik Österreich.

Unmittelbar nach dem Scheitern der Koalitionsgespräche zwischen SPÖ und ÖVP am 21. Jänner 2000 berichtete der Vizepräsident der Sozialistischen Internationale und Präsident des österreichischen Nationalrates, Heinz Fischer, dem Doppelpräsidenten des EU-Rates und der Sozialistischen Internationale, Antonio Guterres, von einer drohenden Mitte-Rechts-Regierung in Österreich. Die beiden einigten sich darauf, beim Internationalen Holocoust-Forum am 26. Jänner 2000 in Stockholm einen Feldzug gegen die "politisch unkorrekte" Gefahr einer schwarz-blauen Regierung in Österreich zu starten. Der damalige Bundeskanzler Viktor Klima sollte in Stockholm eine Art Incentive-Referat für die geplanten Sanktionen von 14 EU-Staaten gegen Österreich halten.

NR-Präsident Heinz Fischer informierte Bundespräsident Klestil am 21. Jänner 2000 von diesem Vorhaben. Thomas Klestil zog in einem Telefongespräch am 26. Jänner 2000 den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac auf die Seite der Sozialistischen Internationale und ihres Plans, für den Fall einer schwarz-blauen Allianz Österreich zu blockieren und zu boykottieren. Nach längerem Zögern willigte Jacques Chirac ein, weil er sich davon politische Vorteile im internen Wettbewerb mit Ministerpräsident Lionel Jospin und im externen Konkurrenzkampf mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder versprach.

In den letzten Jännertagen des Jahres 2000 betrieben Europas Regierungschefs intensive Telefondiplomatie. Ziel: Die Verhinderung einer schwarz-blauen Regierung in Österreich. Thomas Klestils Auftrag lautete: "Wenn ihr das so meint, dann müsst ihr dies auch öffentlich machen . Ich in Österreicher kann das nicht." Der Bundespräsident drängte EU-Ratspräsident Antonio Guterras, den Wortlaut der Sanktionsbeschlüsse gegen sein Land am 31. Jänner 2000 selbst im ORF zu verkünden. Erst um die Mittagszeit des 31 Jänner gelang es ihm, Antonio Guterres zu überreden, die Isolationsfolter für Österreicher im Namen der 14 EU-Staaten als EU-Ratspräsident selbst zu verlautbaren. Dies geschah in den frühen Abendstunden des 31. Jänner 2000. Als es so weit war, herrschte in der Präsidentschaftskanzlei im Leopoldinischen Trakt in der Wiener Hofburg gedämpfte Jubelstimmung.

Von da ab war Österreich sieben Monate lang in Quarantäne. Maßgebliche EU-Politiker riefen auf das Tourismusland Österreich zu meiden, nicht bei Österreichern zu kaufen, den Austausch von Schülern, Studenten und Wissenschaftlern zu boykottieren, sportliche Beziehungen einzufrieren, und belegten österreichische Bewerber für Posten in internationalen Organisationen mit Sippenhaftung. Belgien, Deutschland und Frankreich bildeten die Spitze dieser Front gegen Österreich. Ein europäischer Alptraum, der sich anhört, als hätten ihn sich Josef Stalin und Adolf Hitler in einer Bar in Havanna ausgedacht. Erst recht aber ein österreichischer Alptraum, weil daran auch der amtierend Bundespräsident Thomas Klestil maßgeblich beteiligt war.

Ernst Hofbauer, 1941 in Wien geboren, ist ausgebildeter Sozial-und Wirtschaftswissenschaftler. Er war bei Banken in Wien, Zürich und Lausanne als Aktienanalyst tätig. Er ist Autor der Bücher "Verwehte Spuren; Von Lemberg bis Czernowitz; Ein Trümmerfeld der Erinnerungen", "Das war der Schilling" und "Das Waldheim-Komplott". 1980 wurde er von der EFTA in Genf mit einem Hauptpreis für eine Studie über die Zukunft der europäischen Integration ausgezeichnet.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

IBERA Verlag
Frau Strobele
Tel.: 01/5131972

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS