"Brennpunkt: Die Karriere eines Terroristen" am Mittwoch, dem 15. November, im ORF

Wien (OTS) - Wien 1975: Geiselnahme der OPEC-Führer durch ein "Palästinenser"-Kommando, wie man damals sagte. Paris 1980:
Versuchter Mordanschlag auf Schapur Bachtiar, den im französischen Exil lebenden iranischen Ex-Ministerpräsidenten, durch ein "iranisches" Kommando. An beiden Kommandos war derselbe Mann beteiligt: der Libanese Anis Naccache. Die "Brennpunkt"-Dokumentation "Die Karriere eines Terroristen" von Gilles du Jonchay und Timon Koulmasis zeigt am Mittwoch, dem 15. November 2000, um 23.15 Uhr in Stereo in ORF 2 ein Porträt des Libanesen:

"Die Karriere eines Terroristen" zeichnet die Entwicklung einer ganzen Generation von Arabern nach, die sich im aktiven politischen Kampf engagierten. Diese Generation wurde unter dem Zeichen der mit dem arabischen Nationalismus aufleuchtenden Hoffnung geboren, geriet in den israelisch-palästinensischen Konflikt hinein und orientierte sich dann an der iranischen Revolution.

Anis Naccache selbst war zunächst in der Studentenbewegung seines Landes aktiv geworden, später, nach dem Sechstagekrieg, kämpfte er an der Seite der Palästinenser und diente schließlich der iranischen Revolution unter Khomeini.

Zehn Jahre lang waren fünf Mitglieder des "Naccache-Kommandos", darunter Naccache selbst, in französischen Gefängnissen inhaftiert, nachdem sie im Juli 1980 in Paris bei einem blutigen Mordanschlag versucht hatten, den letzten Premierminister des Schahs, Schapur Bachtiar, zu ermorden. Während dieser ganzen Zeit wusste die französische Polizei nicht, dass einer dieser Häftlinge, Anis Naccache, einige Jahre zuvor mit Carlos gemeinsame Sache gemacht hatte und 1975 einer der Drahtzieher der Geiselnahme von OPEC-Führern auf dem Wiener Gipfel der Erdöl exportierenden Staaten gewesen war.

Ausgehend von der Geiselnahme in Wien und dem Mordanschlag auf Schapur Bachtiar, zweier Ereignisse mit ganz unterschiedlichen Motiven und Konsequenzen, schildert der Film den Werdegang von Anis Naccache, der sich Anfang der siebziger Jahre als Anhänger der revolutionären Dritte-Welt-Bewegung für die Sache der Palästinenser engagierte und sich später dem politischen Islamismus der iranischen Revolution anschloss.

Es entsteht das Porträt eines komplexen Menschen. Die Gegenüberstellung seiner Taten in Vergangenheit und Gegenwart gibt Aufschluss über das politische und menschliche Umfeld einer umstrittenen Generation im Nahen Osten.

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