Verzetnitsch: Ausbildung der Jugend ist Investition in die Zukunft (3)

Lastenausgleich in der Lehrlingsausbildung umsetzen

Wien (ÖGB). Ausgehend von den Prinzipien eines
zukunftsorientierten Bildungssystems beschäftigte sich ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch auch mit konkreten Lösungsvorschlägen.++++

Für den Bereich der BHS forderte Verzetnitsch eine Durchforstung der Lehr-Angebote. Das Zusammenführen von einzelnen Fachrichtungen ermögliche eine fundierte Grundausbildung. Verzetnitsch: "Damit erhöht sich die Mobilität der zukünftigen Fachkräfte am Arbeitsmarkt und erleichtert auch die Anpassung an zukünftige Herausforderungen."

Um Schulabweisungen und überfüllten ersten Klassen entgegenzuwirken, sind ausreichende Kapazitäten zu schaffen. Das sei u.a. durch einen Schulbau- und Schulentwicklungsplan erreichbar. In diesem Zusammenhang kritisierte Verzetnitsch sowohl Finanzminister Grasser als auch Bildungsministerin Gehrer, die behaupten, das Bildungsbudget erhöht zu haben. "Wahr an dieser 'Mogelpackung' ist vielmehr, dass es sich hier um eine Steigerung von 1,7 Prozent handelt, die lediglich die Gehaltserhöhungen und steigende Mietkosten abdeckt", sagte der ÖGB-Präsident.

Neben notwendigen Investitionen in das Lehrpersonal und in die Infrastruktur unserer Schulen, müsse auch die Drop-out-Raten gesenkt werden. Als Rahmenbedingungen nannte Verzetnitsch ein effektives Frühwarnsystem, die Möglichkeit mit einem "Nicht Genügend" in die nächste Schulstufe aufsteigen zu können und durch Kursmaßnahmen das Wiederholen einer ganzen Schulstufe zu vermeiden.

Für den Bereich der Lehrlingsausbildung seien neue Formen der selbstständigen Ausbildungseinrichtungen anzustreben. Verzetnitsch:
"Als Basis können die Stiftungen und Lehrgänge aus dem Auffangnetz für Jugendliche genommen werden." Von den beispielsweise in Wien in der Initiative Lehrling bei Jugend am Werk 1998 eingetretenen 265 Jugendlichen befanden sich Anfang dieses Jahres nur mehr 25 in der Maßnahme.

Lastenausgleich in der Lehrlingsausbildung endlich umsetzen

Um die Qualität in der dualen Berufsausbildung zu erhöhen und zu sichern, aber auch, um die Beteiligung der Unternehmen an der Ausbildung zu erhöhen, muss über neue Finanzierungsmodelle nachgedacht werden. Das ÖGB-Modell eines Lastenausgleiches zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben wäre hier eine Möglichkeit. Verzetnitsch abschließend: "Die Ausbildung unserer Jugend ist eine Investition in die Zukunft sowohl im Interesse der Beschäftigten, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen, wenn es um ein zukunftsorientiertes Bildungssystem geht. (ew)

ÖGB, 13. November 2000
Nr. 963
(Schluss)

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