Die Kombination von Enoxaparin und Streptokinase ist wirksam bei Patienten mit akutem Herzinfarkt

Rotterdam, Niederlande (ots-PRNewswire) - Die Ergebnisse einer
Phase II-Studie demonstrieren erstmals, dass die Kombination von Enoxaparin Sodium (Clexane(R)/Lovenox(R)) und Streptokinase die Wiederherstellung der normalen Koronardurchblutung erheblich verbessert und dem Therapieergebnis bei Patienten mit akutem Herzinfarkt zugute kommt. Diese Feststellungen basieren auf den Ergebnissen der AMI-SK (Acute Myocardial Infarction - StreptoKinase) Studie, die am 10.11.2000 auf einem Symposium vor dem Treffen der American Heart Association in New Orleans, Louisiana, präsentiert wurde.

Die Studie mit 496 Patienten mit akutem Herzinfarkt zeigte, dass die Kombination von Enoxaparin und Streptokinase die normale Koronardurchblutung in der blockierten Arterie um eine relative Zunahme von 22% im Vergleich zu Streptokinase mit Placebo wiederherstellte. Außerdem stellten die Forscher eine bessere frühzeitige Wiederdurchblutung fest, gemessen an der Elektrokardiogramm (ECG) ST-Segmentresolution, und eine relative Risikoreduzierung von 36% bei den drei Endpunkten Tod, Reinfarkt und wiederkehrende Angina. Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass die Kombination von Enoxaparin und Streptokinase die frühzeitige Wiederdurchblutung und die späte Durchgängigkeit an den Tagen 5-10 im Vergleich zu Streptokinase mit Placebo verbessert. Außerdem verzeichnete die Gruppe mit der Kombination von Enoxaparin und Streptokinase weniger klinische Vorfälle, was zu der Annahme führt, dass sich bei dieser Gruppe weniger Wiederverschlüsse der Arterien ereigneten.

"Die Ergebnisse der AMI-SK Studie sind ermutigende Neuigkeiten für die Ärzte und die Patienten mit akutem Herzinfarkt, weil wir jetzt über eine Kombinationstherapie verfügen, die wirksamer zu sein scheint und genauso sicher wie Streptokinase allein," sagte Professor Maarten L. Simoons, MD, Chairman, Steering Committee, vom Thoraxcenter, Erasmus University and University Hospital Rotterdam, The Netherlands. "Dies ist ein wichtiger therapeutischer Fortschritt, weil Streptokinase das Thrombolytikum ist, das weltweit am häufigsten eingesetzt wird. Die Wirksamkeit von Streptokinase wurde in früheren Studien bereits ausführlich dokumentiert (GISSI, ISIS-II). Diese Wirksamkeit wird durch das Hinzukommen von Enoxaparin erheblich verbessert. Als Standard für Therapiefortschritte müssen die Ärzte in sicherer Weise Behandlungen wie Fibrinolytika (Streptokinase) und Antikoagulantien (Enoxaparin) kombinieren können. Alle Patienten erhielten außerdem Aspirin. Eine derartige Kombinationstherapie ist besonders für die Kardiologie wichtig, wo neue Kombinationen wie diese das Potential haben, mehr Leben zu retten," sagte Dr. Simoons.

Hintergrund der Studie
Der übergeordnete Zweck der AMI-SK Studie bestand in der Einschätzung der Wirksamkeit von subkutanem Enoxaparin als unterstützende Therapie zu Streptokinase. Ein wichtiger neuer Aspekt der AMI-SK Studie ist die Verwendung von Enoxaparin statt von nicht fraktioniertem Heparin (dem konventionellen Antikoagulans), das in Verbindung mit Streptokinase keine vorteilhaften Auswirkungen auf die Mortalität gezeigt hat und in den klinischen Richtlinien nicht empfohlen wird(1,2). Eine Alternative könnte die Kombination mit einer stärkeren Antithrombozytentherapie sein. Streptokinase in Kombination mit GPIIb/IIIa Antagonisten hat sich jedoch aufgrund von Sicherheitsproblemen nicht als mögliche Behandlungsoption erwiesen(3). Da Enoxaparin über diverse pharmakokinetische und pharmakodynamische Vorteile im Vergleich zu nicht fraktioniertem Heparin verfügt, wie mehrere klinische Studien bewiesen, darunter TIMI 11b und ESSENCE, war Enoxaparin die logische Wahl für die AMI-SK Studie(4,5).

Im Gegensatz zu nicht fraktioniertem Heparin sind niedermolekulare Heparine wie Enoxaparin einfacher zu verabreichen und erfordern keine Laborüberwachung und häufige Änderungen der Dosierung. Die einzigartigen Eigenschaften von Enoxaparin wie die zuverlässige Antikoagulans-Wirkung, die Resistenz gegen Inaktivierung durch den Plättchenfaktor 4, den Mangel an Plättchenaktivierung und das hohe Verhältnis von anti-Xa zu anti-IIa weisen darauf hin, dass Enoxaparin potentiell symbiotisch mit Streptokinase zusammenwirken könnte, um das Öffnen der blockierten Arterien zu erleichtern und die Thrombusausbreitung und das Wiederverstopfen der Arterien zu verhindern.

"Die Fortschritte bei den Medikamenten für die Herztherapie im letzten Jahrzehnt, darunter Thrombolytika, unterstützendes Aspirin und Antithrombine wie intravenöses nicht fraktioniertes Heparin, haben die Prognose für Patienten mit akutem Herzinfarkt dramatisch verbessert. Selbst mit den derzeitigen Therapien besteht jedoch mindestens eine Rate von 10%, was Tod/Reinfarkt nach einem Monat betrifft," sagte Professor Simoons. "Diese Einschränkung ist vornehmlich darauf zurückzuführen, dass es bei rund der Hälfte der Patienten nicht gelingt, die frühe und vollständige Koronardurchblutung wiederherzustellen, und auf das häufige Wiederverstopfen der Arterien. Die Ergebnisse der AMI-SK Studie zeigen, dass Enoxaparin in Kombination mit Streptokinase die Wiederherstellung der Durchblutung verbessert. Damit bietet diese Kombination Millionen von Patienten, die Herzinfarkte erlitten haben, möglicherweise neue Hoffnung. Obwohl dies eine wichtige Studie ist, die Daten darüber zur Verfügung stellte, welche Wirkung diese Kombination hat, freuen wir uns auf die weiteren Studien zur Validierung dieser Ergebnisse."

Bei der Gruppe, die mit der Kombination von Enoxaparin und Streptokinase behandelt wurde, gab es im Vergleich zu der Gruppe, die Placebo erhielt, eine leicht höhere, statistisch jedoch unerhebliche Rate von Blutungen. Die bei der Gruppe, die mit der Kombination von Enoxaparin und Streptokinase behandelt wurde, festgestellte Rate von Blutungen war jedoch mit der vergleichbar oder sogar niedriger als die, die bei den Patienten festgestellt wurde, die mit nicht fraktioniertem Heparin oder anderen thrombolytischen Kombinationen behandelt wurden. Klinische Studien mit einer größeren Anzahl von Patienten sind erforderlich, um die Ergebnisse im Sicherheitsbereich zu bestätigen.

Akuter Herzinfarkt
Der akute Herzinfarkt tritt auf, wenn sich Blutgerinnsel in den Blutgefäßen bilden, die das Herz mit Blut versorgen. Dadurch wird der Blutfluss zum Herzmuskel reduziert. In den meisten Fällen tritt der akute Herzinfarkt auf, wenn arteriosklerotische Plaque aufspringt, reißt oder ulzeriert und wenn lokale und systemische Bedingungen die Bildung von Gerinnseln begünstigen, so dass sich am Riss ein Blutgerinnsel bildet, das zur Verstopfung des Koronarblutgefäßes führt. Diese Verstopfung führt in wenigen Stunden zu einer irreversiblen und permanenten Schädigung des Herzmuskels, der normalerweise durch das verschlossene Gefäß mit Blut versorgt wird. Diese Schädigung kann vom Elektrokardiogramm (EKG) durch eine charakteristische Q-Welle dokumentiert werden. Das rechtzeitige Gangbarmachen des Blutgefäßes stellt die Blutversorgung wieder her und verhindert die Schädigung zum Teil. Die derzeitige Behandlung des akuten Herzinfarkts beinhaltet eine Kombination von Therapien, die die Bildung von Blutgerinnseln verhindern und die Durchblutung der blockierten Arterie wiederherstellen, und chirurgische und mechanische Eingriffe (Angioplastie zum Beispiel), die das Gangbarmachen der verstopften Arterien zum Ziel haben.

Nach Schätzungen erleiden jährlich 1 Million Menschen in den westeuropäischen Ländern und 1,5 Millionen in den Vereinigten Staaten einen Herzinfarkt. Laut Weltgesundheitsorganisation waren 1996 ischämische Herzkrankheiten weltweit für den Tod von mehr als 7 Millionen Menschen verantwortlich(6,7).

1. ACC/AHA Guidelines

2. Guidelines Acute Myocardial Infarction: pre-hospital and in-hospital management. Task Force of the ESC. Eur Heart J, 1996; 17:
43-63.

3. Ronner E, van Kesteren HA, et al. Safety and efficacy of eptifibatide vs placebo in patients receiving thrombolytic therapy with streptokinase for acute myocardial infarction. Eur Heart J, 2000; 21: 1530-1536.

4. Antman, E.M. Enoxaparin Prevents Death and Cardiac Ischemic Events in Unstable Angina/Non-Q-Wave Myocardial Infarction: Results of the Thrombolysis in Myocardial Infarction (TIMI) 11b Trial.

5. Circulation, 1999; Cohen, M. Low-Molecular-Weight Heparins in Non-ST-Segment Elevation Ischemia: The ESSENCE Trial. American Journal of Cardiology, 1998.

6. World Health Report. The World Health Organization. Geneva 1997.

7. Heart And Stroke Facts. Statistical Supplement. The American Heart Association 1997.

ots Originaltext: Erasmus University and University Hospital Rotterdam, the Netherlands
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