40 Jahre Gesellschaft Österreichische Kinderdörfer: Nicht nur Vergangenheit, sondern auch Zukunft für benachteiligte Kinder

Wien (OTS) - Das 40jährige Bestehen feiert dieser Tage die Gesellschaft Österreichische Kinderdörfer. Die Kinderdörfer bieten Kindern aus sozial gefährdetem Milieu ein zweites Zuhause. Während manche nur einige Monate oder Jahre aus dem krisenhaften Familienkreis herausgelöst werden müssen, wird für andere das Kinderdorf ein langjähriges Zuhause und prägend für ihr ganzes Leben.

Als vor vierzig Jahren die Gesellschaft Österreichischer Kinderdörfer gegründet wurde, war die Bildungssituation in Österreich eine völlig andere als heute. In den Kinderdörfern, die in der Folgezeit gegründet wurden - insgesamt fünf, darunter das Kinderdorf Pöttsching und das Anton-Afritsch-Kinderdorf am Steinberg bei Graz -ging man von der Aufgabe aus, Kinder zu betreuen, die zu Hause keine entsprechende Förderung erhalten konnten.

"Heute haben sich die Schul - und Ausbildungsmöglichkeiten entscheidend gebessert und unsere Aufgaben damit geändert. Unsere Kinder stammen fast durchwegs aus gestörten Familienverhältnissen", so der Präsident der Gesellschaft Österreichische Kinderdörfer, KR Erik Hanke. "Konflikte, Familienkrisen, familiäre Tragödien prägten die frühen Lebensjahre dieser jungen Leute. Zuwendung und Förderung sind ihnen weitgehend versagt geblieben. Ihr gesundes Heranwachsen drohte an den persönlichen Erfahrungen zu zerbrechen. Deshalb fallen den Kinderdörfern heute vor allem heiltherapeutische Aufgaben zu. Im Rahmen von Gruppenarbeit, in der die Kinder aktiv miteinbezogen werden, wird großes Augenmerk auf soziales Lernen sowie auf Unterstützung und Förderung von Begabungen und Interessen gelegt."

Für die Kinder in den GÖK-Kinderdörfern stehen pädagogische Fachkräfte - weiblich und männlich - zur Verfügung, die in Häusern mit dorfähnlichem Charakter Kinder verschiedener Altersstufen in familienähnlicher Konstellation betreuen. "Unser Konzept orientierte sich ursprünglich am Schweizer Kinderdorf Trogen, wo unmittelbar nach Kriegsende elternlose Kinder mit neuen Methoden der Kleingruppenpädagogik erzogen wurden", blättert KR Erik Hanke in historischen Erinnerungen. "Es bedarf der sehr behutsamen Arbeit einfühlsamer BetreuerInnen, um aus diesen oftmals verschlossenen, ja geradezu abgekapselten Kindern, die jede Hoffnung auf Hilfe aus ihrer Umgebung aufgegeben haben, wieder fröhliche, positive junge Menschen zu machen. In der weitaus überwiegenden Zahl der Fälle gelingt das jedoch. Junge Leute aus den Kinderdörfern durchleben eine höhere Schulbildung, werden später Akademiker, Lehrer, Ärzte, Künstler, bzw. auch vielseitig ausgebildete Fachkräfte und entwickeln sich zu lebensbejahenden Menschen, von denen die meisten ein Leben lang "ihrem" Kinderdorf verbunden bleiben.

Mit einem Festvortrag von Univ. Prof. Dr. Max Friedrich zum Thema "Ist Heimerziehung noch aktuell" begeht die Gesellschaft Österreichische Kinderdörfer das 40jährige Jubiläum.

(Dienstag, 14. November 2000, 18 Uhr, Ringturm, 21. Stock. Dazu sind auch VertreterInnen der Medien herzlichst eingeladen).

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