Einschränkungen im Gesundheitswesen bedeuten Wohlstandsverlust

Bittner kritisiert neuerlich Ambulanzgebühren

Wien (ÖGB). "Wer im Gesundheitswesen einschränkt, verringert den Wohlstand", brachte der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), Franz Bittner, seine Kritik bei der ÖGB-Pressekonferenz "Gesundheitsreform - sind unsere Arbeitsplätze gefährdet?" auf den Punkt. Von der Einführung der Ambulanzgebühr durch die derzeitige Regierung hält er nichts.++++

"Die Kürzungen und Streichungen im Gesundheitswesen bewirken nicht nur die Gefährdung und Vernichtung von Arbeitsplätzen, sondern auch eine Verschlechterung der medizinischen und pflegerischen Versorgung und eine Stagnation der Forschung und Entwicklung", kritisierte Bittner und stellte fest: "Die drohenden Einschränkungen im Gesundheitswesen führen zu einem Wohlstandsverlust in unserer Gesellschaft."

Die Kosten für das Gesundheitswesen bestehen zu mehr als zwei Drittel aus Personalkosten. Gegenwärtig sind dort rund 140.000 Menschen beschäftigt. Die Ausgaben der sozialen Krankenversicherung sind in den vergangenen Jahren in etwa so gewachsen, wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einnahmen jedoch deutlich geringer. Bittner: "Im Gesundheitswesen gibt es kein Ausgaben-, sondern ein Einnahmenproblem."

Die von der derzeitigen Regierung eingeführte Ambulanzgebühr bezeichnete der WGKK-Obmann als "ökonomisch völlig unsinnig" und einen "massiven Bedrohungsfaktor für hochqualifizierte Arbeitsplätze im Gesundheitswesen." Bereits jetzt fürchten viele tausend Beschäftigte in den kasseneigenen Gesundheitszentren um ihre Arbeitsplätze.

Als zentrale Herausforderung für ein zukünftiges Gesundheitswesen sieht Bittner die "Schaffung von bedarfsgerechten Angeboten für die wachsende Zahl pflege- und betreuungsbedürftiger älterer Menschen." Der WGKK-Obmann: "Neben der qualitativen und quantitativen Anpassung der Einrichtungen und Dienste müssen dringend weitere Maßnahmen zur vollen sozialrechtlichen Absicherung der Arbeitsplätze im Altenpflegebereich gesetzt werden, statt unbezahlte Frauenarbeit in der 'Bürgergesellschaft' zu propagieren. Außerdem soll die Schwarzarbeit in diesem Bereich endlich wirksam bekämpft werden."(ff)

ÖGB, 13. November 2000
Nr. 955

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