ÖGB-FGV: Immer mehr Leiharbeitskräfte im Pflegebereich

Die Qualität der Pflege ist nicht mehr gesichert

Wien (ÖGB). "Das Pflegepersonal steht unter einem enormen Arbeitsdruck, das Geld wird immer knapper und die Qualität der Pflege in den Krankenhäusern und Pflegeheimen kann nicht mehr gesichert werden", schlägt die Vorsitzende der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe(FGV), Monika Mauerhofer, bei der heutigen Pressekonferenz im Rahmen der ÖGB-Veranstaltung "Gesundheitsreform -Sind unsere Arbeitsplätze gefährdet?" Alarm.++++

"Was vor zehn Jahren undenkbar war, ist heute Realität: Unsere Arbeitsplätze sind gefährdet!", stellt Mauerhofer fest. Grund dafür sei, dass die politischen Entscheidungen über die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitswesen, nicht nach dem Gesichtspunkt des Bedarfs, sondern nach politischen Kriterien getroffen werden. Mauerhofer: "Und da regiert der Rotstift. Auch das Gesundheitswesen muss 'seinen' Beitrag zum Koalitionsziel Nulldefizit leisten. Die Zeche zahlen PatientInnen und das Personal."

Zusätzlich zum enormen Arbeitsdruck und der Angst um den Arbeitsplatz komme noch, so die FGV-Vorsitzende, dass auch im Pflegebereich manche Methoden eingerissen seien, die "alle Alarmglocken läuten lassen". Mauerhofer: "LeihpflegerInnen werden heute bereits im Tag- und Nachtdienst nach Bedarf eingesetzt. Die Arbeitszeit wird nicht überprüft. PflegehelferInnen müssen verbotenerweise alleine Nachtdienst machen. Das sind untragbare Zustände. Und der Gesetzgeber schweigt."

Ein weiterer Trend: Im gehobenen Pflegedienst gibt es immer mehr KollegInnen, die freiberuflich tätig sind. Mauerhofer: "Die Dienstgeber machen es sich leicht. Sie sparen Geld und schieben die Verantwortung auf die Leiharbeitskräfte und die FreiberuflerInnen ab. 'Schöne' Zustände."

Die FGV-Vorsitzende fordert, dass dieser Entwicklung sofort Einhalt geboten wird, die Dienstgeber sich wieder an die Gesetze halten und die Entscheidungen im Gesundheitswesen sich nach dem Bedarf und nicht nach politischen Modeerscheinungen richten. Mauerhofer: "Im Pflegebereich ist die Situation ernst. Ich will nicht, dass wieder etwas passieren muss damit es zu einem Umdenken kommt."(ff)

ÖGB, 13. November 2000
Nr. 954

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