Palliativmedizin

Wien (OTS) - Sterben und Tod - ein Thema, das Menschen oft und gerne aus ihrem Bewusstsein verdrängen. Auch die moderne Medizin mit all ihren Möglichkeiten stößt mit dem Tod eines Patienten an ihre Grenzen. Im Bemühen, unter Einsatz aller Möglichkeiten, ein Leben zu retten, wird der Tod auch als Niederlage betrachtet. Der menschliche Umgang mit dem Patienten ist oft verloren gegangen. "Gerade bei unheilbar kranken Patienten kommt es darauf an, die Lebensqualität in der verbleibenden Zeit so gut wie möglich zu erhalten. Hier setzt die so genannte "Palliativmedizin" an", sagt Mag. Monika Wild, Leiterin des Referats für Gesundheits- und Soziale Dienste des Österreichischen Roten Kreuzes.

Diese spezielle Art der Betreuung wird als "Behandlung von Patienten mit einer unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, für die das Hauptziel der Behandlung die Lebensqualität ist" definiert. Die moderne Hospizbewegung baut demgemäß auf zwei Grundpfeilern auf: der Palliativmedizin und -pflege, der "Palliative Care" sowie der psychosozialen Betreuung.

Wild: "Im Mittelpunkt der Palliative Care steht neben der Krankheitsverarbeitung und -bewältigung auch eine kompetente Behandlung quälender Symptome. Das häufigste Symptom ist dabei der Schmerz, der bei etwa 70 Prozent der Betroffenen vorkommt."
Es werden vier Schmerzformen unterschieden:
1) Physischer Schmerz, der mit Medikamenten therapiert werden kann. 2) Psychischer Schmerz, der vor allem menschliche Zuneigung und Zeit braucht. 3) Sozialer Schmerz, der sich in Ohnmacht, Hilflosigkeit und Einsamkeit ausdrückt. Abschiednehmen tut weh. 4) Spiritueller Schmerz, bei dem es um die große Frage nach dem Warum, nach Lebenssinn und Leidenserfahrung geht.

Zentrales Anliegen der Palliativmedizin ist aber nicht nur die Kontrolle über diese Symptome. Daneben sind auch Kommunikation, Einbeziehung der Familie und von Freunden sowie das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse des Patienten von Bedeutung. Wild: "Für Sterbende wie für Angehörige sind die letzten Stunden eine einzigartige Chance, unerledigte Dinge zu erledigen, Zwistigkeiten beizulegen oder Kränkungen zu beseitigen. Denn wer das Gefühl hat, Wichtiges versäumt zu haben, der kann nicht loslassen."

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