"Kleine Zeitung" Kommentar: "Offenheit" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 13.11.2000

Graz (OTS) - Sehr selten kommt es vor, dass Österreich weltweit
in die Schlagzeilen der Zeitungen und Fernsehsender gerät. Das Inferno im Tunnel auf das Kitzsteinhorn verdrängte sogar den Thriller um die Stimmenauszählung in Florida von den Titelseiten.

Die Katastrophe überstieg jedes Vorstellungsvermögen: 170 Schisportler, die sich auf einen sonnigen Tag auf dem Gletscher freuten, wurden im dunklen Schacht von einem Feuersturm überrascht. Sie erstickten oder verbrannten. Kaum mehr als eine Handvoll konnte sich ins Freie retten.

Wie konnte das passieren, wo doch die Standseilbahn ein Vierteljahrhundert unfallfrei funktionierte und die Betreiber bekräftigten, alle Sicherheitsvorschriften penibel eingehalten zu haben?

Das Heer der Reporter, das Kaprun stürmte und schon in Lassing und Galtür dabei war, wollte sich nicht mit dem Umstand abfinden, dass man die Ursache für das Unglück noch nicht kennt und vielleicht gar nie genau kennen wird, sondern stellte Vermutungen an, die oft Vorverurteilungen glichen.

Dem Phänomen, dass die Medien Schuldige brauchen, kann man nur mit offener Information begegnen. Der Salzburger Krisenstab hat aus anderen Katastrophen gelernt. ****

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