"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Von Politik und Schweinsbraten

Ausgabe vom 12.11.2000

Man mag sehr lange, mitunter mit verdattertem Fragezeichen im Gesicht, der neuen Art des Regierens nachgespürt haben. Das suchende Österreich wurde letztlich fündig - und in schlimmsten Vorahnungen bestätigt: Die neue Politik erschöpft sich in einer nie dagewesenen Kunst des Inszenierens. Inszenierung aber ist Spiel. Ist gestaltete Wirklichkeit. In die Welt der Politik übersetzt, wandelt Österreich am Grat der Peinlichkeit. Politik und Parodie.

Wie wurde zu Wochenbeginn geschimpft, gezetert, gegen Koalitionsfreunde gehetzt und mit Neuwahlen gedroht! ÖVP-FPÖ als Kampfhunde - fauchend, bissig, zum (Ab)-Sprung bereit. Dann, im zweiten Akt - nachdem man nicht vergessen hatte, mit Geheimniskrämerei jede noch so dramatische Spekulation zu schüren -das herzliche Finale: Im urigen Heurigen (bei Grillhendl, Surschnitzel, Schweinsbraten und Apfelstrudel) das kumpelhafte Schunkeln. Und beim Glaserl St. Laurent das lockere Geplauder über Kleinigkeiten...

Lustig war´s, und fidel. Beim Heurigen macht Schwarz-Blau Österreich vor, wie moderne, zukunftsweisende Politk vonstatten geht: Probleme werden totegschwiegen. Gute Miene zum lächerlichen Spiel gemacht. Peinlichkeiten negiert. Und das Wählervolk für sehr, sehr dumm verkauft. So dumm, dass man sich auch beim dritten Ministerversuch der FPÖ den Mund derart voll nimmt und "die Neue" als Vollprofi und Wunderfrau verkauft. Gerade so, wie man es bei jenen drei Ministern getan hatte, die sich von einem Fettnäpfchen ins nächste fretteten...

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