Dreharbeiten zum ORF-Schwarzenberger-Film "Edelweiß": Schlüsselszene in Thonet-Villa

Wien (OTS) - Die Dreharbeiten zum neuen ORF-Film von Ulli und Xaver Schwarzenberger gehen dem Ende zu: Noch bis 16. November wird an "Edelweiß", so der Titel dieser brisanten österreichischen Familiengeschichte, die die Themen Nationalsozialismus und Fremdenhass beleuchtet, gedreht. Autorin Ulli Schwarzenberger skizziert darin drei Generationen mit drei unterschiedlichen Einstellungen: die ewig Gestrigen, die rebellischen Unsicheren und schließlich die Jungen, die gar nicht mehr glauben können, dass es in der heutigen, multikulturellen Gesellschaft noch Menschen geben kann, die Fremdenhass und nationalsozialistisches Gedankengut hochhalten. Behutsam, aber nicht ohne Mut deckt sie das Unbehagen im Umgang mit diesen Themen auf.

Die Thonet-Villa im 19. Wiener Gemeindebezirk ist einer der Hauptdrehorte des Films, an dem gestern, Freitag, dem 10. November 2000, auch ein Pressetermin am Set stattfand. Gedreht wurde eine Schlüsselszene, in der Hauptdarsteller Erni Mangold und Heinrich Schweiger, als Filmehepaar Vera und Erich Dorfmeister, das von seinem Engagement für den Nationalsozialismus profitiert hat, mit der Vergangenheit konfrontiert wird. Diese taucht in Form von Pinkas Braun auf, der den Großvater des jüdischen Freundes ihrer Enkelin Anna spielt (Tim Bergmann und Stefanie Dvorak). Was Isolde Richter, Annas Mutter, gespielt von Kitty Speiser, nicht unverborgen geblieben ist, haben ihre Eltern Vera und Erich Dorfmeister nicht erkannt: Annas sympathischer Freund Sydney ist Jude. Als nun dessen jüdischer Großvater Ari die herzliche Einladung annimmt, während seines Wien-Besuches im Haus der Dorfmeisters zu wohnen, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Als Ari aus dem Taxi aussteigt und vor der Dormeister'schen Villa steht, erkennt er sein eigenes, von den Nazis arisiertes Haus wieder.

"Wir alle haben mit den Thema Nationalsozialismus zu tun, auch wenn viele Menschen diese Zeit nicht aktiv erlebt haben. Es gibt leider nach wie vor genug, die damit sympathisieren, auch junge Leute", zeigt sich Jungschauspielerin Stefanie Dvorak bestürzt. "Wenn ich darüber nachdenke, kommt es mir unvorstellbar vor, dass so etwas wie der Holokaust im 20. Jahrhundert geschehen konnte. Aber nur ein Blick in den Fernseher genügt, um zu sehen, dass die Ausrottung und Verfolgung von Völkern nicht aufgehört hat, wie zum Beispiel im Kosovo. Deshalb sollte man nie aufhören, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen."

In weiteren Rollen spielen in "Edelweiß" außerdem Konstantin Wecker, Shlomit Butbul, Dagmar Schwarz, Beatrice Frey, Brigitte Antonius u. v.a .

"Edelweiß" wird voraussichtlich 2001 im ORF ausgestrahlt.

(Fotos via APA)

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