AK Wien Vollversammlung: Gegen Abbau von Bildungschancen

Anträge gegen Abbau von Lehrerposten, Kürzungen bei der Weiterbildung - und für eine Offensive in der Berufsausbildung

Wien (AK) - Die AK Wien Vollversammlung protestiert gegen die Kürzungen, die die Regierung bei der Bildung plant. Sie beschloss heute, Freitag, mehrere Anträge: gegen den Abbau von Lehrerposten in den Pflichtschulen, gegen einen drohenden Preisschub bei der Weiterbildung, gegen die Streichung des Weiterbildungsgelds bei Bildungskarenz direkt im Anschluss an die Elternkarenz - und für eine Offensive in der Berufsausbildung. Gerade Wien wäre von Kürzungsplänen massiv betroffen, wird in den Anträgen kritisiert - in den Pflichtschulen müsste zum Beispiel ein Siebentel aller Lehrer abgebaut werden. Betroffen davon wären vor allem die ganztägigen Schulen in Wien. ****

Vor allem für berufstätige Frauen würde es schwieriger, Beruf und Familie zu vereinbaren - und es sei ein weiteres Ansteigen der Klassenschülerzahlen zu befürchten: Das sind die Argumente der AK Wien Vollversammlung gegen den Abbau von Pflichtschullehrern, der in Wien vor allem die ganztägigen Schulen treffen würde. Außerdem würde die Integration von behinderten Kindern und von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache den Kürzungen zum Opfer fallen, es müsse bei der Zuteilung von Lehrerposten weiterhin Zuschläge für ganztägige Schulen und Integrationsunterricht geben.

Einen Preisschub für die Weiterbildung würde es bedeuten, wenn die Honorare für Lehrende in Bildungsinstituten nicht einkommen- sondern lohnsteuerpflichtig sind, kristiert die AK Wien Vollversammlung weiters. Nach Protesten auch der AK hat die Regierung die Pläne zur Verteuerung der Weiterbildung vorerst zurückgenommen, die Vollversammlung fordert, dass die Pläne nicht doch noch umgesetzt werden - auch nicht an Fachhochschulen, an Pädagogischen Akademien und Instituten.

Strikt lehnt die Vollversammlung den Plan der Regierung ab, dass es bei Anschluss einer Bildungskarenz direkt an die Elternkarenz kein Weiterbildungsgeld mehr geben soll: Gerade mittels Fortsetzung der Elternkarenz durch eine Bildungskarenz können viele Frauen ihre Chancen zum Wiedereinstieg verbessern.

Schließlich verlangt die AK Wien Vollversammlung dringend die Verbesserung der Berufsausbildung in Wien. Begründung: Die Wiener Wirtschaft bietet aktuell nur knapp über 100 offene Lehrstellen für gut 1.500 Wiener Jugendliche, die diesen Herbst noch einen Ausbildungsplatz brauchen. Deshalb müssen für Jugendliche, die keine Lehrstelle im Betrieb finden, sofort die erforderlichen Lehrgangsplätze eingerichtet werden - und zwar mehr, als die Regierung für die Wiener Jugendlichen vorgesehen hat, fordert die Vollversammlung. Und es muss dauerhafte Lösungen geben, um für alle Jugendlichen das Recht auf gute Ausbildung mit Zukunftschancen zu sichern: die Weiterführung der Lehrlingsstiftungen, überbetriebliche Ausbildung, die Nutzung freier Plätze in Lehrwerkstätten und ergänzend Berufsfachschulen. Zur dauerhaften Finanzierung von Ausbildungsplätzen sollen alle Betriebe Beiträge leisten - für einen Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben.

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