Stadlbauer: Gemeinsame Obsorge ist Disziplinierungsmaßnahme für Frauen

Plattform gegen die gemeinsame Obsorge verlangt Termin bei Haupt bezüglich des Kindschaftsrecht-Änderungsgesetzes

Wien (SK)"Dieses Gesetz ist ein Lehrbeispiel für das undemokratische und frauenfeindliche Vorgehen der Regierung", erklärte SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer heute im Rahmen der Aktion der SPÖ-Frauen und der "Plattform für das Recht des Kindes auf klare Verhältnisse nach der Trennung" vor der ÖVP-Zentrale. "Wieder soll ein Stück Frauenpolitik zu Grabe getragen werden", bedauerte Stadlbauer im Zusammenhang mit dem heute vom Justizausschuss behandelten Kindschaftsrecht-Änderungsgesetz und der darin enthaltenen verpflichtenden gemeinsamen Obsorge nach der Scheidung. Stadlbauer bemängelte, dass es für diesen "völlig neuen Entwurf" keine Begutachtung gegeben hätte. ****

"Besonders ärgert mich auch, dass immer wieder das Kindeswohl vorgeschoben wird, um den Machtverlust der Männer, der nach der Familienrechtsreform von 1978 eingetreten ist, wieder rückgängig zu machen", sagte Stadlbauer und führte aus, dass bis zu diesem Zeitpunkt auch bei geschiedenen Eltern der Vater trotzdem die rechtliche Vormundschaft über das Kind hatte. "Hier sollen Frauen wieder in den unwürdigen Zustand der fünfziger und sechziger Jahre zurückversetzt werden. Diese Disziplinierungsmaßnahme entspricht dem Frauenbild, das mit den vor allem die Frauen belastenden Maßnahmen der Regierung schon bisher transportiert wurde: Einige wenige Privilegierte können es sich richten. Der Großteil aber soll stumm, schwach und von Männern abhängig sein." Plattform-Mitglied Elfriede Hammerl ergänzte: "Es geht nicht um die gemeinsame Fürsorge für die Kinder, sondern um patriachale Machtausübung gegen Frauen."

"Bei der geplanten gemeinsamen Obsorge im Kindschaftsrecht-Änderungsgesetz handelt es sich um einen massiven Eingriff zu Lasten der Lebenssituation von geschiedenen Frauen. Wir SPÖ-Frauen und die Plattform 'Für das Recht des Kindes auf klare Verhältnisse nach der Trennung' verlangen daher eine Möglichkeit der Vorsprache bei dem zuständigen Minister Haupt", deponierte SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer eine Forderung der Plattform. (Schluss) ml/mm

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