Prammer zu Gemeinsamer Obsorge: Experten räumen Vätern mehr Gewicht ein als den Müttern

Gemeinsame Obsorge basiert auf dem Recht des Vaters, nicht jenem des Kindes

Wien (SK) "Ich bedaure sehr, dass die Vätersicht und die Väterbetroffenheit auch bei den Experten schwergewichtiger gesehen wird als die Müttersicht. Mütter müssen den Vätern das Besuchsrecht einräumen - wenn der Vater es aber nicht wahrnimmt, gibt es keinerlei Initiative außer ihm das Besuchsrecht strafeshalber abzuerkennen. In diesem Fall wäre das aber wohl eher als Belohnung für den Vater anzusehen", erklärte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer während des Expertenhearings zur Gemeinsamen Obsorge. Beim Hearing sei für sie, Prammer, "die Gemeinsame Obsorge um nichts schlüssiger" geworden. "Sie basiert auf dem Recht des Vater, nicht jenem des Kindes." Auch bisher hätten "von Vernunft getragene Eltern" vielerlei Möglichkeiten gehabt, in Übereinstimmung über das gemeinsame Kind betreffende Belange zu entscheiden, eine Gesetzesänderung sei nicht notwendig, so Prammer gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Auch der Europäische Gerichtshof habe in einer Zulässigkeitsentscheidung vom 11. Juli 2000 befunden, dass in Österreich "für die Rechtslage tatsächlich relevante und ausreichende Gründe" bestünden - und aus diesem Grund eine Beschwerde für unzulässig erklärt, betonte Prammer. Der EuGH betonte in seiner Begründung, dass durch den nicht mehr bestehenden gemeinsamen Haushalt die Kommunikation der Eltern erschwert werde und "zu widersprüchlichen Entscheidungen und Rechtsunsicherheit in Bezug auf Außenstehende (Lehrer, Ärzte) führen kann".

Es könne sich auch "bei einer gemeinsamen Obsorge mit der Zeit das gute Verhältnis zwischen den Geschiedenen" verschlechtern. In diesem Fall könnte ein neuerliches Verfahren die Kinder "einer labilen und sich stetig verändernden Situation" aussetzen, heißt es in der Begründung des EuGH. (Schluss) me

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