ARBÖ: Schluss mit der Quersubventionierung des unternehmerischen Schwerverkehr - BILD (web)

"Großer Österreichischer Automobil-Preis 2000" geht an Mercedes; "Umweltpreis 2000" des ARBÖ an PSA Peugeot Citroen

Wien (OTS) - Gestern abend fand vor zahlreichen prominenten Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Medien im Studio 44 der Österreichischen Lotterien in Wien die Verleihung des "Großen Österreichischen Automobil-Preises 2000" sowie des "Umweltpreises 2000" des ARBÖ statt.

In seiner Ansprache würdigte ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter die Preisträger und betonte, dass das vergangene Jahrhundert sowie das derzeitige Zeitalter durch das Automobil geprägt worden ist:
"Auch Österreich hat an dieser Entwicklung einen wesentlichen Anteil. Denn das Kraftfahrzeug ist der wichtigste Garant für die in der modernen Wirtschaft unbedingt notwendige Mobilität, nicht nur im Berufs- sondern auch im Freitzeitverkehr. Auch als Wirtschaftsfaktor ist das Kraftfahrzeug von enormer Bedeutung, denn jeder achte Arbeitsplatz ist mit dem Fahrzeug verbunden."

Keine weitere Verzögerung bei der Lkw-Maut

Der ARBÖ als Interessensvertretung wendet sich gegen die exorbitanten Belastungen für die privaten Kraftfahrer, dies unabhängig davon wie eine Bundesregierung zusammengesetzt ist. "Waren die Belastungen bis 1999 schon kraß, so sind sie jetzt 'grasser'. Damit muss Schluss sein. Das Geld, das der Kraftfahrer zahlt, muss überwiegend für Straßenbau und Straßenerhaltung Verwendung finden. Wir fordern auch ein Gesamtkonzept des Bundes, der Länder und Gemeinden, in dem die komplexen Zusammenhänge von Umwelt, Verkehr, Siedlungs- und Beschäftigungspolitik in eine strategische Perspektive gebracht und mit Inhalten der Verkehrssicherheit verknüpft werden. Eigenverantwortung und Eigeninitiative sind zu fördern," betonte ARBÖ-Präsident Dr. Schachter.

Mit der neuerlichen Verzögerung bei der Einführung der Lkw-Maut fördert nach Meinung des ARBÖ die Bundesregierung die massive und ungerechtfertigte Quersubventionierung des unternehmerischen Schwerverkehrs durch den privaten Pkw-Verkehr. Dr. Schachter: "Jede weitere Verzögerungen bei der Lkw- Maut bedeutet den Verzicht auf Straßenbau und Straßenerhaltung. Die Frächter werden geschont, die privaten Autofahrer hingegen bei motorbezogener Versicherungssteuer und Mautvignette zweifach zur Kasse gebeten. Der unternehmerische Schwerverkehr muss zur Finanzierung der Infrastruktur mehr als bisher beitragen, und das umgehend."

Kfz-Steuer für Lkw erhöhen - Mineralölsteuer zweckbinden

Drei Viertel der mehr als 65 Milliarden Schilling, die aus dem Kraftfahrzeugverkehr jährlich in das Bundesbudget fließen, stammen aus dem privaten Pkw-Verkehr, nur ein Viertel aus dem Lkw-Verkehr. Dieses Missverhältnis wird nun noch größer, der Steueranteil des unternehmerischen Schwerverkehrs sinkt auf Grund der einseitigen Steuerpolitik. Dr. Schachter stellte fest: "Während der Pkw die Betriebskosten der Infrastruktur deckt, wird das Ziel der Kostenwahrheit beim Lkw durch steuerschonende und verzögernde Maßnahmen auf die lange Bank geschoben. Der Pkw-Verkehr darf nicht weiter zur Quersubventionierung herangezogen werden. Statt Einnahmenverzicht bei der Lkw-Mautvignette gehört die Kfz-Steuer für Lkw unverzüglich erhöht. Die Lkw-Maut ist spätestens am 1. Juli 2002 einzuführen."

36 Milliarden Schilling stehen jährlich alleine aus der Mineralölsteuer zur Verfügung. Diese war bis 1987 zweckgebunden für den Straßenbau, zum Teil für den Nahverkehr. Nach Meinung des ARBÖ gehört die Mineralölsteuer zweifellos für den Straßenbau und Nahverkehr verwendet, nicht jedoch zum Kaschieren von verkehrspolitischen Fehlentscheidungen. ARBÖ-Präsident Dr. Schachter warnt davor, "dass die Mineralölsteuer zwischenzeitlich zum Stopfen des Lkw-Mautloches verwendet wird und nicht für den Ausbau und die Erhaltung der Infrastruktur."

Verkehrssicherheit leidet unter derzeitiger Verkehrspolitik

Die Verkehrssicherheitspolitik hat nach Meinung von ARBÖ-Präsident Dr. Schachter auch stärker auf Rücksicht und Verantwortung des Einzelnen zu setzen: "Mit Erhöhung von Strafen wird man nicht zu niedrigeren Unfallszahlen kommen. Verkehrssicherheit hängt vielmehr von konsequenter und intelligenter Überwachung und von bewusstseinsbildenden Maßnahmen ab, nicht von erhöhten Strafen."

Seit 1972 sinkt die Zahl der Verkehrstoten in Österreich kontinuierlich - von damals knapp 3000 auf derzeit etwa 1000 pro Jahr. Die Richtung stimmt, aber nur mit einem vernünftigen Bündel an Maßnahmen kann man diese Zahl weiter senken. "Neben Bewusstseinsbildung und Überwachung muss auch verstärkt Unfallforschung dort betrieben werden, wo es besondere Gefahrenstellen gibt. Gefahrenstellen gehören ausgemerzt und die Straßen baulich in einen einwandfreien, sicheren Zustand gebracht. Es ist geradezu fahrlässig, wichtige Straßenbauvorhaben auf die lange Bank zu schieben - mit der mangelhaften Finanzierung des Straßenbaus wird der Verkehrssicherheit ein schlechter Dienst erwiesen", kritisierte ARBÖ-Präsident Dr. Schachter.

"Großer Österreichischer Automobil-Preis 2000" - Hattrick für Mercedes

Ein Edelmetall, das in Österreichs Autobranche zählt, wird alljährlich unter Patronanz des ARBÖ vergeben. Eine hochrangig besetzte Fachjury und die Leser des ARBÖ-Klubjournals FREIE FAHRT prämieren die besten Autos des Jahres mit dem "Großen Österreichischen Automobil-Preis", in der Automobilwirtschaft die mit Abstand begehrteste heimische Auszeichnung mit internationaler Bedeutung. Gegen überaus starke Konkurrenz entschied die Mercedes C-Klasse die renommierte heimische Autowahl für sich und gewann Gold, der Audi A2 errang Silber, und der Chrysler PT Cruiser holte sich Bronze.

ARBÖ-Umweltpreis 2000 für den ersten Ruß-Partikelfilter

Der "Umweltpreis des ARBÖ" wird für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Umweltschutzes im Verkehrsbereich seit nunmehr 16 Jahren alljährlich vergeben. Mit diesem Preis wurde heuer der französische Automobilkonzern PSA Peugeot Citroën ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit die Entwicklung und der Serieneinsatz des ersten Partikelfilters im neuen Peugeot 607, mit dem nach Angaben des ARBÖ "ein Durchbruch im Kampf gegen die Rußemissionen bei Dieselmotoren gelungen ist". Auch der kürzlich im Pariser Autosalon vorgestellte Citroën C5, der nächstes Jahr auf den Markt kommt, wird über diese Technologie verfügen.

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