Gemeinsame Obsorge bedeutet doppeltes Leid

FSG-Frauen unterstützen Plattform gegen gemeinsame Obsorge

Wien (FSG). "Mit seinem Vorschlag der 'Gemeinsamen Obsorge' kehrt Justizminister Böhmdorfer im Kindschaftsrecht auf den Stand von 1978 zurück. Er hat damit einen Terminus in die Diskussion eingebracht, der vielleicht gut klingt, aber bei näherer Betrachtung eine massive Verschlechterung der derzeitigen Situation darstellt", kritisierte Erika Nussgraber-Schnabl, FSG-Frauenvorsitzende, die Pläne des Justizministers. Nussgraber-Schnabl weiter: "Die Gemeinsame Obsorge torpediert die Bemühungen jener Elternteile, die sich nach einer Scheidung bemühen, den Kindern ein geborgenes Leben, ohne Streit und ständiges Hick-Hack der geschiedenen Eltern, zu ermöglichen."++++

Derzeit steht die Obsorge nach einer Scheidung jenem Elternteil zu, in dessen Haushalt das Kind lebt. In den meisten Fällen seien das die Mütter, so Nussgraber-Schnabl. "Die Gemeinsame Obsorge hätte in der Praxis zur Folge, dass auch Väter, die sich nicht regelmäßig um ihre Kinder kümmern, indem sie etwa das Besuchsrecht in Anspruch nehmen würden, in alle wichtigen Entscheidungen, die das Kind betreffen, eingebunden werden müssen. Die Gemeinsame Obsorge könnte sehr leicht zu einem Druckmittel im Scheidungsverfahren werden", zeigte sich die FSG-Frauenvorsitzende besorgt.

"In jedem Fall wird die Position von Frauen, die nach einer Scheidung ohnehin schon schwierig genug ist, weiter geschwächt. Sie müssten bei allen wichtigen Entscheidungen, die die Zukunft des Kindes betreffen, auf die Kooperation des Ex-Ehemannes hoffen - und das sofort nach der Scheidung. Diese Regelung könnte großes menschliches Leid mit sich bringen. Die Kinder werden damit einmal mehr zum Streitobjekt bei schwierigen Trennungen", so Nussgraber-Schnabl weiter.

"Wir FSG-Frauen sagen: 'Gemeinsame Erziehung auch nach der Trennung ja, Gemeinsame Obsorge nein'", stellte die FSG-Frauenvorsitzende klar und versprach sie werde sich gemeinsam mit der Plattform gegen die Gemeinsame Obsorge mit aller Kraft gegen diesen rückschrittlichen Vorschlag von Justizminister Böhmdorfer einsetzen.

FSG, 10. November 2000
Nr. 174

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