SJÖ/VSStÖ: Schüssel prolongiert die Lebenslüge der 2. Republik

Kollross/Hemmer: Gestörtes Geschichtsverhältnis der FPÖ hält nun auch im Kanzleramt Einzug

Wien (SK) Als "Geschichtslüge ärgsten Ausmaßes" wertet der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreichs, Andreas Kollross, die jüngste Aussage von Bundeskanzler Schüssel in der "Jerusalem Post". Mit der Aussage "der souveräne österreichische Staat war das erste Opfer des Nazi-Regimes" führe Schüssel nahtlos die "nie gebrochene Tradition des rechten Lagers" fort, dass sich ja bis heute an diese österreichische Lebenslüge klammere, so Kollross am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Der Mann mit dem Dollfuß-Bild in seinen Klubräumen hat anscheinend ein massives Problem mit der historischen Wahrnehmung faschistischer Unrechtssysteme, kommentiert Dagmar Hemmer, die Vorsitzende des VSStÖ (Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs) das Interview Schüssels. ****

Für Kollross und Hemmer ist klar, dass Schüssel sich mit dieser Aussage politisch näher am rechten Rand definiert habe, als je ein anderer Kanzler dieser Republik. "Das gestörte Geschichtsverständnis der FPÖ hält nun anscheinend auch im Kanzleramt Einzug", befürchten die beiden Vorsitzenden.

"Schüssels Verharmlosungen der österreichischen Beteiligung an den Verbrechen des Nationalsozialismus führen dazu, dass die Rechte Szene in Österreich in ihrem Geschichtsverständnis nur noch bestätigt wird", gab Kollross zu bedenken.

"Man kann Schüssel nur empfehlen, sich näher mit der österreichischen Zeitgeschichte auseinander zusetzen. Frei nach Kreisky empfehlen wir ihm, Geschichte zu lernen, z.B. bei Ernst Hanisch 'Der lange Schatten des Staates'", so Hemmer abschließend. (Schluss) hm/mm

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