Kuntzl kritisiert Schüssel: "Geschichtsauslegung im Stil der FPÖ"

Wien (SK) Zutiefst befremdend sind für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl die kolportierten Aussagen des österreichischen Bundeskanzlers in der "Jerusalem Post". Laut einer Vorausmeldung soll Bundeskanzler Schüssel im Interview mit der israelischen Zeitung Österreich als das "erste Opfer des Nazi-Regimes" bezeichnet haben. Durch diese unfassbare Äußerung gefährde Schüssel alle Fortschritte, die Österreich seit der Erklärung Franz Vranitzys von 1993 in Sachen Vergangenheitsbewältigung gelungen seien, so Kuntzl am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Vranitzkys international gewürdigtes Eingeständnis, dass Österreich Mitschuld an den Verbrechen der Nationalsozialisten treffe, sei ein Meilenstein bei der Aufarbeitung der Geschichte gewesen, und es bedeute einen schweren Rückschlag, "wenn jetzt ein offensichtlich fortschreitend verhaidernder Bundeskanzler die Geschichte wieder umschreiben möchte", so Kuntzl. Dass Österreich in Gestalt seines Kanzlers gerade am 9. November, dem Tag des Gedenkens an die Pogromnacht gegen die jüdischen MitbürgerInnen, international für befremdende Schlagzeilen sorgt, sei besonders bedauerlich; Kuntzl erwartet sich daher eine klärende Stellungnahme Schüssels. (Schluss) ml

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