Korrektur:OeNB - OeNB-Tumpel-Gugerell: EU muss sich ihrer Rolle als geographischer Reformanker bewusst werden

Wien (OTS) - ! ! ! S P E R R F R I S T 17.00 U H R ! ! !

"Ohne grundlegende Finanzsektorreform ist kein
längerfristiges Wachstum möglich", zog Vize-Gouverneurin Tumpel-Gugerell Bilanz nach zwei Tagen intensiver Diskussionen
auf der diesjährigen Ost-West-Konferenz der Oesterreichischen Nationalbank und des Joint Vienna Insitituts. 370 Ökonomen, Notenbanker und Wirtschaftspolitiker aus 36 Ländern der Welt,
u.a. Horst Köhler, Managing Director des Internationalen Währungsfonds, Mike Moore, Generaldirektor der WTO und Jean Lemierre, Präsident der EBRD, zogen Bilanz über zehn Jahre marktwirtschaftlicher Reformen in den ehemals zentralen Planwirtschaften. Das einzige Modell einer Marktwirtschaft gibt
es nicht, betonte Tumpel-Gugerell. Unterschiedliche Kulturen,
die spezifische Geschichte, Mentalitäten müssten in Betracht gezogen werden. Reformprogramme müssten im jeweiligen Land verankert sein. Die Erfahrung zeige auf jeden Fall: die
Reformen in den ambitioniertesten Ländern haben bereits eindrucksvolle Erfolge gezeigt.

In ihrem Konferenzresumee unterstrich Vize-Gouverneurin Tumpel-Gugerell die zentrale Bedeutung eines funktionierenden Finanzsektors. Die Privatisierung des Bankensektors sei dafür
eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung. Sogar in einigen der fortgeschrittensten Transformationsländer erfüllen
die Banken ihre Intermediationsfunktion unzureichend. Konsens herrschte über die große Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen für die Restrukturierung der Banken. Ebenso konnte Einigkeit über die Fragen einer effektiven
Bankenaufsicht erzielt werden. Die Unabhängigkeit der Aufsicht
von der Politik sei eines der zentralen Erfordernisse, betonte Tumpel-Gugerell. Auch die Finanzierung der Aufsicht müsste
unter diesem Gesichtspunkt gesehen werden. Unabdingbar sei die Einbindung der jeweiligen Notenbank in die Fragen der Finanzmarktstabilität.

Insgesamt sei bei dieser Konferenz die Bedeutung der
Reformen in der Mikroökonomie besonders hervorgestrichen
worden. Die Marktwirtschaft brauche allgemein verbindliche
Regeln und diese Regeln müssten durchsetzbar sein. Die Notwendigkeit makroökonomischer Stabilität dürfe jedoch nicht vergessen werden, unterstrich die OeNB-Vize-Gouverneurin. Die meisten mittel- und osteuropäischen Länder wiesen hartnäckige Budgetdefizite auf, obwohl die Steuerquote in diesen Ländern vergleichsweise hoch sei.

Die auf der Konferenz präsentierten Erfahrungen zur
Geldpolitik zeigten, dass mittelfristige Stabilität mit unterschiedlichen Methoden erreicht werden könne. Ob ein Land
ein direktes Inflationsziel oder z. B. ein Wechselkursziel
verfolgt, hänge von der spezifischen Ländersituation und den jeweiligen Fortschritten im Reformprozess ab. Die Europäische
Union habe in den letzten Jahren als Bezugspunkt für die Transformationsländer stark an Bedeutung zugenommen. Sie müsse sich ihrer Bedeutung als geographischer Reformanker bewusst werden und dementsprechend Verantwortung übernehmen.

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