Neuer Eurocommerce-Präsident Halley zu Besuch in der Wirtschaftskammer Österreich

WKÖ-Präsident Leitl für reibungslose und kostenschonende Euro-Umstellung

Wien (PWK951) - Beim gestrigen Besuch von Paul-Louis Halley, dem neuen Präsidenten von Eurocommerce, der Interessensvertretung des gesamten europäischen Handels, bei Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl war das wichtige Thema Euro-Umstellung ein zentraler Punkt des Gespräches. Die beiden Präsidenten waren sich einig, dass in den einzelnen Nationalstaaten alles unternommen werden müsse, um den Bargeldaustausch zu erleichtern und den doppelten Bargeldumlauf de facto zu verkürzen. Der ECOFIN-Rat hat bekanntlich für den Bargeldumtausch einen zeitlichen Rahmen von zwei Monaten - nämlich zwischen 1.1.2002 und 28.2.2002 - beschlossen.

In Österreich hat diesbezüglich bereits ein Spitzengespräch zwischen Vertretern der Oesterreichischen Nationalbank und der Wirtschaftskammer Österreich stattgefunden. Gouverneur Liebscher und Präsident Leitl waren dabei übereingekommen, dass ein geeignetes Maßnahmenpaket für den Bargeldaustausch in der Wirtschaft ausgearbeitet werden müsse. Gerade dem Handel kommt im Hinblick auf die Währungsumstellung eine wichtige Rolle zu.

Experten gehen davon aus, dass bereits in den ersten beiden Wochen 80 Prozent des gesamten Bargeldaustausches erfolgen könnten. Um zu diesem gewünschten Ergebnis zu kommen, bedarf es einerseits Euro-Banknoten- und -Münzenvorverteilung an Banken und Unternehmen bereits ab 1.9.2001 sowie die Vorverteilung von Euro-Münzpaketen an Konsumenten bereits ab 17.12.2001.

Sowohl Eurocommerce-Präsident Halley als auch WKÖ-Präsident Leitl wollen darüber hinaus noch die Möglichkeit prüfen, ob nicht auch kleinere Euro-Banknoten bereits vor dem 1.1.2002 vorverteilt werden können. Halley erinnerte zwar an die kürzlich ablehnende Haltung des ECOFIN-Rates in Versailles, betonte aber, dass europaweit die Wirtschaft ein großes Interesse an einer Vorverteilung von kleinen Euro-Banknoten hat.

Für Präsident Leitl kommen auch Branchenvereinbarungen vor allem im Handel in Frage, in denen sich die Betriebe auf freiwilliger Basis verpflichten, ab dem 1.1.2002 nur mehr Euro-Bargeld an die Kunden herauszugeben. Denn nur eine reibungslose und kostenschonende Euro-Umstellung könne die Akzeptanz der neuen Währung stärken.

Als besondere Herausforderung wurde von den beiden Präsidenten die Tatsache hervorgehoben, dass noch in den letzten Dezembertagen 2001 allein in Österreich rund 260.000 Pensionen und ca. 60.000 mal das Arbeitslosengeld bar ausbezahlt werden. Dies würde nach dem heutigen Stand der Dinge noch in Schilling erfolgen. Die Wirtschaftskammer Österreich appelliert daher an die Europäische Zentralbank, dieser Frage europaweit nachzugehen und zu prüfen, ob nicht für diese und ähnliche Sachverhalte bereits Auszahlungen vor dem 1.1.2002 in Euro erfolgen könnten. Dies würde, so Leitl, alle Beteiligten entlasten, nicht zuletzt die Wirtschaft, die dann weniger altes Bargeld entgegennehmen müsste. (EBK)

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