Medien-Viennale 2000 mit Schwerpunkt Religion

Wien, (OTS) Die Themen Religion und interreligiöser Dialog werden am Mittwoch, dem 8. und am Donnerstag, dem 9. November im Rahmen der Medien-Viennale 2000 im Wiener Rathaus zur Diskussion stehen. Prof. Johann Fritz, Direktor des International Press Institutes (IPI) und Organisator der Veranstaltung: "Für viele politische Konflikte spielen religiös motivierte Strategien der Ausgrenzung oder der aggressiven Dogmatik eine entscheidende
Rolle. Demgegenüber steht die Erwartung einer aufgeklärten Gesellschaft, auch solche kulturell tief verwurzelten Konfliktpositionen in einen öffentlichen Diskurs einbinden zu können, der die Prinzipien der Meinungsfreiheit achtet und sich
dem Ziel der Integration und der Verständigung nicht verschließt." Im Rahmen der Berichterstattung ortet Fritz im wesentlichen fünf verschiedene Problemthemen, die die Frage nach der Leistungsfähigkeit der Medien im öffentlichen religiösen Dialog aufwerfen:

o Religion als Bezugsrahmen politischen Handelns. Der alltägliche

Journalismus gelangt in dieser Thematik an die Grenzen der Verständigungsarbeit bzw. in die Zone der eigentlichen kommunikativen Leistungen der Medienarbeit. Die beiden Möglichkeiten: Herstellung von Nähe bei distanten Positionen oder kritische Distanz bei ideologisch bedingter Nähe.
o Religiös motivierte oder legitimierte Gewalt. Die mediale

Berichterstattung über Konfliktherde (Palästina, Kosovo, Ost-Timor, Nord-Irland, etc.) bleibt oft tatsächlich nur Berichterstattung. Die Frage ist, ob und wie Journalisten
sich der inhaltlichen Herausforderung stellen, die religiös-ideologischen Faktoren verständlich zu machen.
o Transformation der Systeme. Der größte Teil des Medienpublikums

ist kirchlich oder religiös gebunden und daher daran interessiert, über den medialen Diskurs nicht nur Informationen, sondern auch Orientierungen und Wertungen zu erhalten.
o Megatrend Religion. Religion ist ein neu entdecktes Megathema

der Gesellschaft und der Medien, wobei die Medien einerseits den Trend reflektieren, andererseits der Trend durch die Medien verstärkt wird. Im allgemeinen nehmen religiös dimensionierte, nicht kirchlich gebundene Themen enorm zu.
o Medienreligion. In immer stärkeren Ausmaß verlagert sich der

religiöse Diskurs aus den kirchlichen Milieus in die Medien.
Dies verändert aber auch die Qualität des religiösen Diskurses.

Die Medien-Viennale ist eine gemeinsame Veranstaltung des Presse- und Informationsdienstes der Stadt Wien mit dem International Press Institute. (Schluss) eb/vo

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