LIF-Bolena: Drogenbericht 2000 zeigt falsche Schwerpunktsetzung bei der Drogenbekämpfung

Hauptaugenmerk sollte nicht bei Cannabiskonsumenten liegen

Wien (OTS) Anlässlich der Bekanntgabe des Drogenberichts 2000 kritisierte heute die Wiener LIF-Chefin Alexandra Bolena die falsche Schwerpunktsetzung der Exekutive bei der Bekämpfung von Drogen. "Wenn sich die Exekutive in erster Linie auf die Verfolgung von CannabiskonsumentInnen konzentriert, bleibt nur noch wenig Spielraum für andere, weit wichtigere, Bereiche", so Bolena.

Sie verwies auf die Schweiz, die auf dem Gebiet der Drogenpolitik mittlerweile europaweit eine Vorreiterrolle einnehme. "Vor rund einem Monat hat die Schweizer Regierung eine Gesetzesreform beschlossen, derzufolge es künftig erlaubt sein wird, Cannabis zu rauchen. Auch der Besitz kleinerer Mengen Hanf soll nicht mehr unter Strafandrohung stehen", erklärte Bolena. Dieser pragmatische Zugang ermögliche es der Schweizer Exekutive, in Zukunft verstärkt dort im Einsatz zu sein, wo wirkliche Gefahr drohe - nämlich bei der Verfolgung von gewerbsmäßigem Handel von Heroin und Kokain. Im Gegensatz dazu sei - so zeigt es der Drogenbericht - die österreichische Exekutive vor allem mit der Verfolgung von CannabiskonsumentInnen beschäftigt, was sich in einer weiteren Steigerung der Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz zeige. "Die Sinnhaftigkeit gerade dieser Schwerpunktsetzung sollte allerdings ernsthaft hinterfragt werden", so Bolena.

"Leider lassen die Pläne der Bundesregierung darauf schließen, dass wir uns wieder auf dem Weg ins drogenpolitische Mittelalter befinden, anstatt dass wir uns an internationalen Erfahrungen orientieren. Eine offene Diskussion, wie die Schweiz sie zur Zeit führt, täte auch in Österreich Not", so Bolena abschließend.

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