AK Tumpel: Regierung lässt tausende Lehrstellensuchende auf der Straße stehen

AK Präsident fordert mehr Plätze im Auffangnetz, weil die Unternehmer zu wenig Jugendliche ausbilden

Wien (AK) - "Wenn die Unternehmer zu wenig Jugendliche ausbilden, muss der zuständige Wirtschaftsminister Bartenstein endlich reagieren und mehr Lehrgangs-Plätze schaffen", forderte heute, Dienstag, AK Präsident Herbert Tumpel auf der gemeinsamen Enquete von AK und ÖGB "Die berufliche Zukunft der Jugend sichern". Die Lehrstellensituation ist alarmierend und sie wird von Jahr zu Jahr schlechter: Ende Oktober boten die Unternehmer nur eine offene Lehrstelle für je zwei Lehrstellensuchende. Die Folge: 4.000 Jugendlich werden im November einen Platz in einem Lehrgang brauchen. Genehmigt hat die Regierung aber nur 2.000 Plätze. "Damit lässt die Regierung 2.000 Jugendliche ohne Chance auf eine Ausbildung auf der Straße stehen", kritisiert Tumpel. Der AK Präsident forderte auf der Enquete dauerhafte Lösungen: die Wiedereinführung von Lehrlingsstiftungen, überbetriebliche Ausbildung und einen Lastenausgleich zur Finanzierung der Lehrlingsausbildung. ****

Mehr als 6.300 Jugendliche waren mit Stand Ende Oktober auf Lehrstellensuche. Für sie boten die Unternehmer gerade 3.200 offene Lehrstellen. Damit ist das Lehrstellendefizit sogar noch größer als im vergangenen Jahr. "Das zeigt, dass alle Milliarden-Geschenke und Erleichterungen für die Unternehmen nichts genützt haben", stellt Tumpel fest. Im Sommer hat die Regierung beschlossen, dass die Probezeit für Lehrlinge verlängert wird, dass Lehrlinge im Gastgewerbe in der Nacht länger arbeiten müssen und dass Unternehmer die fertigen Facharbeiter nach dem Lehrabschluss früher kündigen können. Verschärft wird die angespannte Situation auf dem Lehrstellenmarkt noch dadurch, dass viele der 3.000 Jugendlichen, die zur Zeit kurze Überbrückungskurse absolvieren, in absehbarer Zeit ebenfalls eine Lehrstelle suchen werden. 4.000 Jugendliche werden daher einen Platz in den zehnmonatigen Lehrgängen brauchen. "Diese Jugendlichen lässt die Regierung im Stich", kritisiert Tumpel, "2.000 Lehrgangsplätze sind einfach zu wenig."

Der AK Präsident forderte auf der Enquete von der Regierung endlich dauerhafte Maßnahmen zur Lösung des Lehrstellenproblems. "Als erster und wichtigster Schritt müssen im Auffangnetz sofort ausreichend Plätze für Jugendliche geschaffen werden, die im Betrieb keine Lehrstelle finden", verlangt Tumpel. Darüber hinaus will der AK Präsident die überbetriebliche Ausbildung, etwa Ausbildungsverbünde mehrer Betriebe einer Branche forcieren. Finanziert werden soll die Lehrlingsausbildung über einen Lastenausgleich: Alle Betriebe zahlen in einen Topf ein, die Betriebe die Jugendliche gut ausbilden, bekommen die Kosten aus diesem Topf ersetzt. Tumpel: "Die Regierung muss endlich aktiv werden, damit alle Jugendlichen zu ihrem Recht auf Ausbildung kommen."

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