Die Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten sind bessere Indikatoren für vorzeitige Mortalität als die nach Fasten oder HbA1c

Mexiko City (ots-PRNewswire) - Die auf dem IDF-Kongress präsentierte Studie unterstützt die vorigen Forschungsergebnisse, die die Blutzuckerwerte 2 Stunden nach den Mahlzeiten als unabhängigen Risikofaktor für die kardiovaskuläre Mortalität ausweisen

Dem National Public Health Institute of Finland zufolge besagt eine neue Studie, dass die Blutzuckerwerte 2 Stunden nach den Mahlzeiten (2h-BG) bessere Indikatoren für die auf allen Ursachen beruhende Mortalität sind als die Plasmaglukosewerte nach Fasten (FPG) oder Hämoglobin A1c (HbA1c). Die Studie wurde am 06.11.2000 auf dem 17. International Diabetes Federation Congress präsentiert und ist eine weitere Bestätigung dafür, dass 2h-BG ein unabhängiger Risikofaktor für das Ableben aufgrund von Herzkrankheiten ist.

Die Daten unterstreichen die Bedeutung der Glukosespitzenwerte nach Mahlzeiten, die von der Unfähigkeit des Körpers herrühren, eine frühzeitige Insulinreaktion nach einer Mahlzeit zu produzieren. Die an den 2h-BG-Werten angemessene akute Toxizität der Glukosespitzenwerte ist ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Krankheiten und Mortalität und ein besserer Indikator als FPG, wie die von der europäischen Studiengruppe DECODE(1) veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen. Die kardiovaskulären Krankheiten sind eine ernsthafte Komplikation und führen zu einem großen Anteil der Todesfälle von Menschen mit Typ 2-Diabetes.

"Diese Daten bekräftigen die Ergebnisse von DECODE, beweisen aber darüber hinaus, dass die Blutzuckerwerte 2 Stunden nach den Mahlzeiten ein besserer Indikator für die Mortalität als HbA1c sind. Das gilt nicht nur für die kardiovaskuläre Mortalität, sondern für die auf allen Ursachen beruhenden Todesfälle," stellte Dr. med. Jaakko Tuomilehto fest, Professor of Public Health an der University of Helsinki und im Diabetes and Genetic Epidemiology Unit des National Public Health Institute in Helsinki, Finnland. "Aufgrund dieses Zusammenhangs wird die Kontrolle der Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten im Rahmen der Diabetesbehandlung ein Ziel sein müssen."

Bei gesunden Erwachsenen produziert die Bauchspeicheldrüse einen frühzeitigen Insulinschub, um die zusätzliche Glukose nach einer Mahlzeit zu metabolisieren. Dieser frühzeitige Insulinschub ist die erste Verteidigung des Körpers gegen Glukosespitzenwerte und Hyperglykämie nach Mahlzeiten. Im Gegensatz dazu ist der Primärdefekt bei Menschen mit Typ 2-Diabetes der Verlust der frühen Insulinausschüttung, der letztendlich zu Glukosespitzenwerten nach Mahlzeiten führt. Da der Patient diese Spitzenwerte nicht bemerkt, sind sie bereits in der Frühphase des Typ 2-Diabetes eine versteckte Bedrohung.

Für die hier vorgelegte Studie führten Prof. Tuomilehto und seine Kollegen aus Finnland und den Niederlanden Analysen (mit zahlreichen Varianten) der Daten von 1.412 Männern und 1.276 Frauen durch, die an drei unterschiedlichen klinischen Diabetes-Studien beteiligt waren. Die Analysen bewerteten den relativen Wert der drei Glukosevariablen - HbA1c, FPG und 2h-BG, allein gemessen und in Kombination - als Indikatoren für die auf allen Ursachen beruhende Mortalität.

Die Ergebnisse ergaben Folgendes:
-- Bei den Männern wurden insgesamt 256 Todesfälle und bei den Frauen 98 festgestellt, und alle drei Variablen - einzeln bewertet -standen in Verbindung mit der erhöhten Mortalität.

-- Zwar brachten weder FPG noch HbA1c statistisch signifikante Informationen ins 2h-BG Regressionsmodell ein, die Aufnahme von 2h-BG in das jeweilige Modell einer der Variablen (FPG und HbA1c) erhöhte jedoch die Fähigkeit der Modelle erheblich, das Todesrisiko vorherzusagen.

-- Die Überlegenheit von 2h-BG als Indikator für die Mortalität wurde auch in einem Modell demonstriert, das das relative Risiko für alle drei Variablen gleichzeitig bewertet.

"Diese Studie etabliert die Blutzuckerwerte 2 Stunden nach den Mahlzeiten als Indikator für die Mortalität bei der Typ 2-Diabetes," schloss Dr. Tuomilehto. "HbA1c ist zwar ein guter Indikator für langfristige Glykämie, kann aber nicht die Blutzuckerspitzenwerte nach den Mahlzeiten feststellen, die viele akute Auswirkungen haben, die auf das kardiovaskuläre System zerstörerisch wirken. Die Daten unterstreichen die Bedeutung der Überwachung der Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten sowie die Notwendigkeit für Behandlungsdosierungen, die spezifisch für die Hyperglykämie nach Mahlzeiten gedacht sind und die frühzeitige Insulinreaktion wiederherstellen."

(1) Lancet 1999 Aug 21;354(9179):617-21

ots Originaltext: The National Public Health Institute of Finland
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