"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zahnlose Kobra" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 7.11.2000

Graz (OTS) - Susanne Riess-Passer eilte der Ruf voraus,
gefährlich wie eine Königskobra zu sein. Das Attribut war nicht als Kompliment gedacht, doch machte sie das Beste daraus, indem sie das Reptil zum Wappentier erkor. Der Aschenbecher auf ihrem Schreibtisch hat die Form einer züngelnden Schlange.

Das Symbol könnte bald aus der Mode sein, wenn aus der Königskobra eine Blindschleiche wird. Der Sonderparteitag der steirischen FPÖ war eine Entzauberung der Parteichefin. Alle Beschlüsse, die unter ihrer Mitwirkung vom Landesvorstand gefasst wurden, waren nur noch Schall und Rauch.

Theresia Zierler wurde zurück ins Asyl des
Generalsekretariats geschickt, weil für sie kein Platz mehr als Landesrätin war. Michael Schmid musste ohnmächtig zuschauen, wie das Aufbauwerk von zehn Jahren an einem einzigen Tag wie ein Kartenhaus einstürzte. Frustriert nahm er den Hut und ließ die Vizekanzlerin als Blamierte zurück, der bereits der dritte Minister in nur neun Monaten abhanden gekommen ist.

Der König, der mehr als ein einfaches Parteimitglied ist, sah dem Treiben tatenlos zu. Riess-Passer muss eigene Autorität entwickeln. Vor einer Kobra, die nicht mehr beißt, fürchtet sich niemand. ****

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