Gesamtwirtschafliche Finanzierungsrechnung für das Jahr 1999

Wien (OTS) - Im Statistischen Monatsheft 9/2000 der Oesterreichischen Nationalbank werden als Beilage die Ergebnisse der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung für das Jahr 1999 vorgestellt. Diese Publikation schließt an Veröffentlichungen zur Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung in den Statistischen Monatsheften 9/1999 und 1/2000 an.

Die von der OeNB erstellte Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung für das Jahr 1999 zeigt als eines ihrer wichtigsten Ergebnisse das Geldvermögen und die Verschuldung der Privaten Haushalte.

Das Geldvermögen der Privaten Haushalte erreicht 1999 ein Volumen von 3.598 Mrd ATS. Davon macht die Veranlagung in Bargeld und Einlagen mit 57,0% weiterhin den größten Anteil aus. Der Liquiditätsgrad des Geldvermögens geht jedoch trendmäßig zurück. Seit 1995 ist der Anteil, den das Bargeld und die Einlagen am Geldvermögen haben, um 5,4 Prozentpunkte gefallen. Die Privaten Haushalte nehmen zunehmend eine Umschichtung ihres Geldvermögens vor und verlagern ihren Anlageschwerpunkt zu höherwertigen Finanzprodukten.

Neben Bargeld und Einlagen haben die Privaten Haushalte auch ihren direkten Besitz an Wertpapieren (ohne Anteilsrechte) weiter abgebaut. Von 15,1% im Jahr 1995 reduzierte sich der Anteil der Wertpapiere am Geldvermögen auf 6,8%. Die dadurch freiwerdenden Mittel werden u.a. verstärkt in Investmentzertifikate investiert. 1999 besitzen die Privaten Haushalte Investmentzertifikate in der Höhe von 407 Mrd ATS. Der Anteil der Investmentzertifikate am Geldvermögen hat sich seit 1995 von 4,1% auf 11,3% stetig erhöht.

Neben dem Zertifikatserwerb gewinnt die private Pensionsvorsorge zunehmend an Gewicht bei den Veranlagungsentscheidungen. Dies kann als Reaktion auf die Diskussion über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems gesehen werden. Allerdings ist das Pensionskassensystem in Österreich im internationalen Vergleich weiterhin nur schwach ausgebaut. Die Forderungen an Pensionskassen machen 1999 122 Mrd ATS oder 3,4% aller finanzieller Forderungen aus. Gegenüber 1995 haben sich die Forderungen der privaten Haushalte gegenüber Pensionskassen um mehr als das Zweieinhalbfache vergrößert.

Die Verpflichtungen der Privaten Haushalte weisen 1999 einen Stand von 1.030 Mrd ATS auf. Die Verschuldung ist mit 88,2% zum überwiegenden Teil langfristig. Die Banken bleiben die wichtigsten Kapitalgeber für die Privaten Haushalte. Die bei den Banken aufgenommenen Mittel wurden 1999 zu etwa gleichen Teilen zur Finanzierung von Konsum-, Wohn- und sonstigen Käufen verwendet.

Grafik abrufbar unter:
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