• 06.11.2000, 11:23:44
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LR Knotzer: 50 Jahre LBS Lilienfeld - eine gute Lehrlingsausbildung von heute ist das gesellschaftspolitische Kapital von morgen

Scharfe Kritik am Verzicht auf Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgänge

St. Pölten, (SPI) - "50 Jahre Landesberufsschule Lilienfeld sind 50
erfolgreiche Jahre im Dienste der Ausbildung junger Menschen. Eine
gute Lehrlingsausbildung von heute ist das gesellschaftspolitische
Kapital von morgen, ist der Wohlstand künftiger Generationen und die
wirtschaftspolitische Konkurrenzfähigkeit Österreichs im globalen
Wettbewerb", so der für die NÖ Berufsschulen zuständige LR Fritz
Knotzer im Rahmen des heutigen Festaktes aus Anlass des 50jährigen
Bestandsjubiläums der LBS Lilienfeld.****

1.200 Schülerinnen und Schüler erhalten seit dem Jahr 1950 in
Lilienfeld eine hervorragende Ausbildung für ihren Beruf. Rund die
Hälfte der Lehrlinge erlernen den Beruf des Malers und Anstreichers,
Bodenleger, Platten- und Fliesenleger, Sattler sowie Dekorateur und
Tapezierer werden ebenso in Lilienfeld gelehrt. Die Schule wurde im
Jahr 1950 im Stift Lilienfeld gegründet, im Jahr 1960 übersiedelte
man in den sogenannten ‚Berghof‘, der vom Land Niederösterreich
angekauft wurde. Die Räumlichkeiten des Stifts erwiesen sich
letztlich für den Lehrwerkstättenbetrieb als ungeeignet. In drei
Ausbaustufen, 1969, von 1983 bis 1988 sowie von 1995 bis 1998 wurde
die Berufsschule kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. 1969 war
- durch die Unterbringung der Schihauptschüler im Schülerheim der
Berufsschule - auch die Gründung der Schihauptschule Lilienfeld
möglich.

"In den nächsten 5 Jahren werden rund 880 Millionen Schilling in die
Modernisierung und Erweiterung der Niederösterreichischen
Landesberufsschulen investiert. Dieser Erneuerungs- und
Technologieschub reicht von der Schaffung von Laboratorien über die
Sanierung von Gebäuden bis hin zur Neuerrichtung von Schülerheimen.
Ausbildung, Qualifikation und Weiterbildung werden zu immer
wichtigeren Grundvoraussetzungen der Berufswelt. Österreich kann im
internationalen Wettbewerb seit jeher mit gut ausgebildeten und
motivierten Arbeitnehmern aufwarten, die rasanten Entwicklungen der
letzten Jahre erfordern aber sicher auch Umstrukturierungen im
Ausbildungsbereich. Das Land Niederösterreich stellt nicht zuletzt
mit seinen Investitionen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft",
so Knotzer weiter.

Scharfe Kritik übt LR Knotzer an der von der Bundesregierung
beschlossenen Streichung der Lehrlingsstiftungen. Knotzer: "Für
Jugendliche, die keine Lehrstelle finden und bisher eben Aufnahme in
den Stiftungen bzw. Lehrgängen gefunden haben, bedeutet dies ganz
klar, dass sie ohne Beruf und Einkommen auf der Straße stehen." Wenn
die Unternehmer zu wenige Lehrstellen anbieten, muss die Regierung
für einen entsprechenden Ersatz sorgen. Kein Lehrplatz für einen
Jugendlichen bedeutet auch weniger Chancen, eine längere Ausbildung -
und letztlich eine große persönliche Belastung für einen jungen
Menschen, der ins Berufsleben eintreten will. Wir brauchen aber auch
dauerhafte Lösungen: überbetriebliche Ausbildung, wieder
Lehrlingsstiftungen und eine Berufsfachschule. "Allein in NÖ haben
rund 300 Jugendliche bisher keinen Lehrplatz gefunden. Wir dürfen
diese jungen Menschen nicht im Stich lassen. Die Lehrlingsstiftungen
müssen wieder aufleben", so LR Fritz Knotzer.
(Schluss) fa

Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ

Tel: 02742/200/2794

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