Keine Scheu vor Hörgeräten

Wien )OTS) - Etwa 90 Prozent der Menschen im Alter von 50 Jahren haben noch ein normales Hörvermögen. Bei den 70-Jährigen ist die Hörfähigkeit nur mehr bei 65 Prozent in Ordnung. "Wird das Hörvermögen geringer, verschwindet oft auch das Selbstvertrauen. Eine verminderte Hörfähigkeit verursacht Stress, etwa wenn man einem Gespräch nicht richtig folgen kann. Man glaubt, zu versagen. Oft entsteht dann ein Gefühl der Scham oder der Angst, man zieht sich zurück", sagt Dr.Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz.

Die Lebensqualität wieder zu heben, ist heute technisch kein Problem mehr. Hörgeräte sind dank moderner Elektronik so klein, dass sie praktisch unsichtbar geworden sind. Dennoch gibt es eine weit verbreitete Abneigung gegen das Tragen von Hörgeräten. Slatin: "Etwa ein Viertel der betroffenen Menschen trägt kein Hörgerät, obwohl es ärztlich empfohlen ist. Man höre ohnehin noch genug oder die Befürchtung, dass das Tragen eines Hörgerätes unangenehm sei, sind die beiden häufigsten Gründe der Ablehnung."

Hörgeräte müssen einerseits die Schallempfindung verbessern, andererseits aber auch ausgleichen, dass einige Tonhöhen schlechter als andere gehört werden. Slatin: "Damit ein Hörgerät seine Aufgaben optimal erfüllen kann, muss es von einem HNO-Arzt und einem Hörgeräteakustiker gemeinsam an die individuellen Hörfehler und die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden." Die meisten Befürchtungen sind dann auszuschließen. So gibt es heute zum Beispiel wasserdichte Geräte, die beim Sport, etwa beim Schwimmen, nicht mehr beschädigt werden. Spezielle Überzüge machen die Hörgeräte auf der Haut bestens verträglich. Auch kann ein richtig angepasstes Hörgerät keineswegs dem Ohr schaden.

Niemand muss sich ausgeschlossen fühlen, nur, weil er schlecht hört. Wer sich nach einer gewissen Zeit an die Technik gewöhnt hat, lernt die Vorteile rasch zu schätzen. Slatin: "Den Umgang mit Schwerhörigen sollten Normalhörende in jedem Fall bewusster gestalten. So sollten Sie langsamer und deutlicher sprechen und dem Gesprächspartner ihr Gesicht zuwenden. Versuchen Sie nicht, die Grenzen eines Hörgerätes auszuloten, dass kann für den Träger entmutigend sein. Seien Sie ein einfühlsamer Gesprächspartner, gerade, wenn ihr Gegenüber ein neues Hörgerät hat. Ermutigen Sie ihn, in dem sie Fortschritte im Hören und Verstehen zu erkennen geben."

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