"Neue Zeit" Kommentar: "Rücksichtslos" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 4. 11. 2000

Graz (OTS) Gestern hatte der zuständige Sozialminister Herbert Haupt in einem Interview mit der Neuen Zeit noch erklärt, die Sparre des Arbeitslosengeldes bei Beendigung befristeter Dienstverkältnisse werde in der von Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein geplanten Form "nicht kommen".

Rasch zeigte sich das Durchsetzungsvermögen des neuen Sozialministers: kein Jota größer als jenes seiner vielgescholtenen Vorgängerin. Die Verhandlungen der Regierung mit den Sozialpartnern sind geplatz und Herbert Haupt bleibt nichts als "Hoffnung". Eine Hoffnung, die gestern den Bauarbeitern, den Tourismus-Beschäftigten, den Arbeitern in der Forstwirtschaft und etlichen mehr abhanden gekommen ist. Aber so ist das eben, wenn ein Null-Defizit in mörderischer Geschwindigkeit beschlossen wird und man dafür die Wehrlosesten und Ärmsten der Gesellschaft bluten lässt. Der Finanzminister braucht jeden Schilling, vor allem dann, wenn ihm Milliarden-Einnmahmequellen wie bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen durch die Finger rinnen. Da werden ArbeitnehmerInnen nicht nur Opfer eines gnadenlosen Sozialabbaus, sie werden auch noch Opfer verfehlter Spekulationen des Finanzministers. In diesem Fall kennt der beste Erfüllungsgehilfe Grassers, Martin Bartenstein, keine Rücksicht mehr. Nicht auf den neuen Kollegen Sozialminister, der beim ersten Auftritt desavouiert wird, und schon gar nicht auf Arbeitslose, die um ihren Versicherungsschutz geprellt werden.

Rückfragenhinweis: Neue Zeit, 0316/2808-306

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PNZ/OTS