Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Affäre "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Angemaßte Opferrolle

Klagenfurt (OTS) Angemaßte Opferrolle. Hinter den Staatsanwälten des Justizministers steht die "organisierte Kriminalität". Die Ermittelungsmethoden der Exekutive sind "Ärger als bei der Gestapo". Und der Innenminister ist sowieso ein "Judas". - Was ist mit einer demokratischen Partei los, dass sie solchen ungeheuerlichen Irrsinn allen Ernstes von sich gibt? Selbst wenn sich Einzelne wirklich zu Unrecht in die Spitzelaffäre hineingezogen glauben, wäre dies keine Erklärung für den Opfer-Irrsinn, den wesentliche Teile der FPÖ mit sich selbst aufführen. Auch die Opferrolle will gelernt sein. So dämlich gespielt, provoziert sie Abscheu, statt Mitleid.
Wer sich von Böhmdorfers Richtern und Staatsanwälten und von Strassers Polizisten ‚ärger‘ verfolgt fühlt, als von der ‚Gestapo‘ ist entweder ein Trottel, oder einer, der sich gegenüber der Opfergeschichte unseres Landes sträflicher Ignoranz schuldig macht. Der akademisch gebildetete Herr Dr. Schnell dürfte kein Trottel sein. Und die Opferrolle, in die hinein zu flüchten er sich anmaßt, wird ihm dank Österreich auf immer versagt bleiben. Die Opferrolle-Anmaßung der FPÖ ist eine himmelschreiende Herabwürdigung der Ängste und der Leiden, die Folterungen und des Sterbens all jener, die tatsächlich in die Hände der Gestapo gefallen sind. Das "Opfer" Schnell hat sich zur personifizerieten Verharmlosung des Nazi-Terrors heruntergewürdigt.
Doch ob Trottel oder Ignorant: Politische Mandatare, die sich in Panik und Ratlosigkeit nur noch als Opfer definieren können - was ist von denen überhaupt noch zu erwarten?

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