"Kleine Zeitung" Kommentar: "Nicht zu retten" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 04.11.2000

Graz (OTS) - Unter dem Druck der Ermittlungen und Anschuldigungen ihres langjährigen Zuträgers Josef Kleindienst ist die völlig entnervte FPÖ im Begriff, ihre letzten zivilisatorischen Hüllen fallen zu lassen: Die Tiraden gegen die rechtsstaatlichen Untersuchungsorgane sind ein Amalgam aus dumpfer Verschwörungsepik, übler Naziverharmlosung und ödem Opfermythos. Noch einmal versucht es die FPÖ mit dem Eros des Verfolgten, um zu retten, was nicht zu retten ist: sich.

Die Art und Weise, wie Spitzenfunktionäre dieser Partei Exekutive, Staatsanwaltschaft und Innenministerium als einäugige, sinistre Jägerbrigade herabwürdigen, ist - um mit der Vizekanzlerin zu sprechen - "beispiellos in der Zweiten Republik".

Der Kärntner FPÖ-Landesobmann Jörg Freunschlag schmäht den Innenminister als "Judas", nur weil der noch immer nicht, wie von Chefinspektor Haider befohlen, einen roten Skalp in Händen hält.

Schamloser nur noch Salzburgs Parteichef Karl Schnell: Die Behörden, so der besinnungslos Schäumende, seien "ärger als die Gestapo". Schnell setzt also die österreichische Justiz mit der Terrorpolizei der NSDAP gleich.

Was zu machen ist mit so einer Partei? Immer klarer wird: Staat keiner. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

Kleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS