Fischer erhält Petition gegen Einsparungen im Bildungsbereich

Antoni: Sparmaßnahmen in Schulen vor allem bei EDV und Fremdsprachen =

Wien (SK) "Sparen im Bildungsbereich kann eine Gesellschaft teuer zu stehen kommen. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Lernerfolg der Schüler und den Möglichkeiten der Lehrer, auf einzelne Schüler einzugehen", erklärte Nationalratspräsident Heinz Fischer Freitag bei der Überreichung einer Petition gegen Sparmaßnahmen im Bildungsbereich gemeinsam mit SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni. Diese Möglichkeiten, Kinder speziell zu fördern, seien gefährdet durch die Sparmaßnahmen zu Beginn des Schuljahres 2000/2001 und die verlangte Senkung der Werteinheiten. Diese Gefährdung müsse in der Öffentlichkeit ausführlich und sachlich diskutiert werden, erst dann dürfe man entscheiden, forderte Fischer. ****

SPÖ-Abgeordneter Antoni betonte, die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich bedeuteten einen Qualitätsverlust für die Kinder, besonders EDV- und Fremdsprachenausbildung blieben auf der Strecke -das sei ein Widerspruch zu den Schwerpunkten, die das Bildungsministerium selbst gesetzt habe. In Zahlen ausgedrückt bedeute dies, dass es im Durchschnitt zwei Lehrer weniger an jeder Schule gebe bzw. 200.000 Unterrichtsstunden weniger pro Jahr für die Schüler, so Antoni. "Das ist unverantwortlich und gibt Anlass zur Sorge." Auch der Förderunterricht werde gekürzt, sodass Kinder, die Probleme hätten oder länger krank gewesen seien, nur mehr eingeschränkt Hilfe bekämen. Qualitätseinbußen gebe es auch bei den Freigegenständen und der Integration. Antoni unterstrich, "die Köpfe der Kinder sind unser Rohstoff, dort nicht zu investieren, wäre fatal".

Zwei Lehrerinnen aus Kärnten berichteten dem Nationalratspräsidenten, dass all die Sparmaßnahmen eine massive Verschlechterung an Kärntens Schulen zur Folge hätten, unter anderem die Rückkehr zum Frontalunterricht, denn offene Lernformen seien unmöglich. Auf beeinträchtigte Kinder könnten sie nicht mehr wie früher eingehen. "In Kärnten wird auch auf die Ausbildung der Lehrer keinen Wert mehr gelegt. Jörg Haider, der zuständige Schulreferent, hat in einem Brief behauptet, dass 393 LehrerInnen mehr angestellt worden sind, obwohl die Zahl tatsächlich gesunken ist", so die Lehrerinnen, die abschließend auch darauf hinwiesen, dass ein Lehrer nicht mit einem Dienstposten gleichzusetzen sei, da viele LehrerInnen teilzeitbeschäftigt seien. (Schluss) ts

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