Ludwig Adamovich, Präsident des Verfassungsgerichtshofes, über Böhmdorfer: "Ein persönliches Loyalitätsproblem" - Vorausmeldung zu NEWS Nr. 44, 2. November 2000 + Michael Graff: "Böhmdorfer beschreitet schmalen Pfad"

Wien (OTS) - Der Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Ludwig Adamovich, ortet Probleme bei Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ). In einem Interview in der morgen erscheinenden Ausgabe von NEWS erklärt Adamovich: "Das Problem des Bundesministers ist doch evident. Er hat das Problem der früheren anwaltlichen Vertretung. Dazu kommt ein sehr starkes, persönliches Loyalitätsproblem". Was Adamovich unter einem Loyalitätsproblem versteht? "Er hat doch zweifellos eine sehr starke persönliche Beziehung zu Jörg Haider, was er ja überhaupt nicht bestreitet, im Gegenteil: er betont es." Adamovich erklärt weiters, er glaube jedoch nicht, dass sich die Staatsanwälte durch die Äußerungen des Justizministers, Jörg Haider sei über jeden Verdacht erhaben, beeinflussen lassen würden. Den Vorschlag der Staatsanwälte, das Weisungsrecht des Justizministers abzuschaffen, bewertet Adamovich als "sehr ernstzunehmendes und schon öfters diskutiertes Thema": "Ich glaube, man sollte sich das sehr genau ansehen".

Der ehemalige ÖVP-Justizsprecher und Anwalt Michael Graff meint, ebenfalls in NEWS, Böhmdorfer "beschreitet einen sehr schmalen Pfad". Graff wörtlich: "Er hat auch eine gewisse Neigung zu Fehltritten." Die Äußerungen Böhmdorfers zur Verdachtslage über Haider nennt Graff "grotesk". Zu Schüssels Aussage, er traue Böhmdorfer zu, die Causa unbeeinflusst untersuchen zu lassen, sagt Graff, damit sei der Kanzler "ein Risiko" eingegangen: "Falls die Erwartungen nicht erfüllt werden sollten, kann er unter Handlungszwang kommen".

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