"Kleine Zeitung" Kommentar: "Explosiv" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 01.11.2000

Graz (OTS) - Eigentlich hat man sich den "heißen Herbst" anders vorgestellt. Als die Regierung zu Ferienende überfallsartig ihre Aktion "soziale Treffsicherheit" startete, schien eine harte und lange Kraftprobe mit den Gewerkschaften unausweichlich. In der Aufwallung des Zorns wurde sogar das böse Wort von der "brennenden Republik" hinausgeschleudert.

Inzwischen herrscht an dieser Front Waffenstillstand. Die Beamten einigten sich mit der Vizekanzlerin auf einen zweijährigen Gehaltsabschluss. Die Metaller brachten in ihrer Lohnrunde reiche Ernte ein. Bei den Saisonniers zeichnet sich eine Lösung ab. Sogar bei den Lehrern ist Ruhe eingekehrt.

Die alten Mechanismen der Sozialpartnerschaft sind nicht ganz verrostet. Als die Regierung zurücksteckte, bewegte sich auch die Gewerkschaft.

Der "heiße Herbst" ist an einer anderen Front ausgebrochen und wird täglich brandheißer. Die Spitzelaffäre untergräbt mit ihren Enthüllungen und Verdächtigungen das in Österreich ohnehin nicht sehr entwickelte Vertrauen in den Rechtsstaat.

Explosiv ist die Affäre vor allem dadurch, dass Jörg Haider im Zentrum steht und wie in der Götterdämmerung zum "ultimativen" Schlag bzw. Gegenschlag ausgeholt wird.

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