Nun klar: Unternehmer zahlen ihre Pensionen großteils selbst

Mitterlehner: Wirtschaft fordert Anrechnung von "Wanderverlusten" bei der Pensionsversicherung der Selbständigen

Wien (PWK935) - "Das ist ein richtiger Schritt zu mehr Beitragswahrheit in der Pensionsversicherung. Damit sollten die ungerechtfertigten Vorwürfe in Richtung gewerblicher Sozialversicherung, in Richtung der Unternehmer, ihr Eigenfinanzierungsgrad bei den Pensionen sei zu niedrig, endgültig aufhören." Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich, ist zufrieden, dass das Sozialministerium in einem Bericht an den Ministerrat nun endlich die Kosten der Ersatzzeiten und der Wanderversicherungsverluste in der Pensionsversicherung festgehalten hat.

Wanderversicherungsverluste bzw. -gewinne entstehen dann, wenn bei einer Pensionsversicherung zwar Beiträge geleistet wurden, die Pensionsleistung aber von einer anderen Versicherung ausbezahlt wird. Da viele Selbständige etliche Jahre unselbständig beschäftigt sind, zahlen sie für diese Zeit bei den Pensionversicherungsträgern nach dem ASVG Beiträge ein, beziehen ihre Pension aber später von der Pensionsversicherung der gewerblichen Wirtschaft. Allein 1999 entstand laut Sozialministerium der "Pensionsversicherung der gewerblichen Wirtschaft bei einem Gesamtaufwand von 29,1 Mrd. S ein Wanderversicherungsverlust von 7,4 Mrd. S". Zum Vergleich: Die Pensionsversicherungen der Unselbständigen erzielten einen Wanderversicherungsgewinn von 7,5 Mrd. S. Rechnet man die Wanderverluste ein, so beträgt der Eigenfinanzierungsanteil (Beiträge und Wanderversicherungsverluste) der gewerblichen Pensionsversicherung bereits knapp 70 Prozent und ist damit mit anderen Pensionsversicherungen mehr als vergleichbar.

Mitterlehner: "Wenn man die 7,4 Mrd. S Wanderversicherungsverlust der gewerblichen Pensionsversicherung - rund ein Viertel des Gesamtpensionsaufwandes - berücksichtigt, erübrigt sich jedes Gerede über die angeblich zu niedrigen Pensionsbeiträge der Unternehmer und die zu hohen Pensionszuschüsse des Staates. Wir verlangen, dass die ASVG-Pensionsversicherungen der Unselbständigen die Wanderversicherungsverluste künftig abdecken und das Geld im Sinn einer Kostentransparenz an die Pensionsversicherung der Selbständigen überweisen. Wir fordern also im Sinn einer Kostentransparenz die Anrechnung von "Wanderverlusten" bei der gewerblichen Pensionsversicherung. Da werden wir mit der Regierung reden."

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