Leitl führt Handelsgespräche mit Russlands Vizepremier Matwienko

Österreichisch-russischer Außenhandel verzeichnet 2000 erstmals seit der Rubelkrise 1998 wieder Zuwächse - Reformen im russischen Steuersystem schaffen verbesserte Bedingungen für Investoren

Wien (PWK934) - Die russische Vizepremierministerin Walentina I. Matwienko besuchte heute, Dienstag, mit einer hochrangigen Delegation WKÖ-Präsident Christoph Leitl in der Wirtschaftskammer Österreich. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Ausbau der österreichisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen, die aufgrund der Krisensituation in Russland in den letzten Jahren von schweren Einbußen im bilateralen Außenhandel geprägt waren. Präsident Leitl betonte, dass die österreichischen Firmen Russland die Treue hielten und heuer in den ersten sieben Monaten ihre Exporte um 47 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf 4,6 Mrd Schilling verbessern konnten. "Damit liegen wir deutlich über dem EU-Durchschnitt. Aber auch die russischen Lieferungen nach Österreich erzielten heuer einen kräftigen Anstieg um 63 Prozent. Die Ergebnisse sind als deutliches Indiz zur Erholung der russischen Wirtschaft zu werten", zeigte sich Leitl überzeugt.

Matwienko, die auch den Vorsitz bei der zur Zeit in Wien stattfindenden Gemischten Kommission Österreich-Russland innehat, wies auf das große Interesse der Russischen Föderation hin den Außenhandel mit Österreich weiter auszubauen. "Es herrscht noch großes Ausbaupotential, vor allem wo sich nun die Finanzlage in Russland kontinuierlich entspannt und die Reform des Steuersystems die Rahmenbedingungen für Investoren deutlich verbessert." Die russische Wirtschaft entwickle sich sehr dynamisch. Sowohl das Bruttoinlandsprodukt als auch die Industrieproduktion verzeichnen zur Zeit die höchsten Wachstumsraten der letzten zehn Jahre, machte Matwienko aufmerksam. Als konkretes Projekt sprach die Vizepremierministerin das Assemblingwerk für das russische High-Tech-Passagierflugzeug MIG 110 an, das in Österreich errichtet werden soll.

WKÖ-Präsident Leitl erklärte, dass die österreichische Wirtschaft Vertrauen in die Entwicklung in Russland hegt und an der Intensivierung des wechselseitigen Handels großes Interesse hat. "Das neue russische Wirtschaftsprogramm wird von Österreich durchwegs positiv gesehen, genauso wie das kürzlich unterzeichnete Doppelbesteuerungsabkommen. Auch das gestern zwischen Vizepremierministerin Matwienko und Österreichs Finanzminister Grasser unterschriebene Abkommen zur Lockerung der Finanzierung und Kreditvergabe unterstützt künftig den Ausbau der wechselseitigen Beziehungen", so Leitl. Die Wirtschaftskammer Österreich werde sich weiterhin für die bilateralen Geschäftskontakte einsetzen. "Heuer im Mai fand eine Wirtschaftsmission in die Russische Föderation und Kasachstan statt und wir nehmen an 8 bis 10 russischen Fachmessen pro Jahr teil", bemerkte der Wirtschaftskammerpräsident.

Das Treffen in der WKÖ bot auch österreichischen Firmen, die in regem Geschäftskontakt mit Russland stehen, die Gelegenheit aktuelle Projekte vorzustellen. Von den Firmen ausgearbeitete Memoranden wurden von Präsident Leitl an Frau Vizepremier Matwienko übergeben, die zusagte, sich weiterhin für Erleichterungen im Außenhandel zwischen Österreich und Russland einzusetzen.

Gegenwärtig befinden sich rund 600 Niederlassungen und Repräsentanzen österreichischer Unternehmen in der Russischen Föderation. Sehr hoch ist auch das Engagement bei Produktionsinvestitionen besonders in den Bereichen Holzindustrie, Bauwirtschaft, Verpackung, Lebensmittel, bei Industrieanlagen sowie bei der Entwicklung von Dieselmotoren. (Ne)

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