ARBÖ: Unfallsbedingte Trauer begründet Anspruch auf Schmerzengeld

Wien (ARBÖ) - 1999 wurden auf Österreichs Straßen 1.079
Menschen getötet und 54.967 Personen verletzt. Unfälle bewirken menschliches Leid, seelischen Schmerz und tiefe Trauer bei den Angehörigen der Unfallopfer. Laut ARBÖ-Verkehrsjuristen kann, so ein aktuelles Gerichtsurteil, durch eine "unfallsbedingte Trauer” ein Anspruch auf Schmerzengeld begründet werden.

Folgender Fall hat sich ereignet: Ein Familienvater, dessen
Sohn bei einem Verkehrsunfall getötet wurde, hatte Klage eingebracht. Der Vater konnte den Unfalltod seines Sohnes nicht verkraften. Wegen depressiver Zustände benötigte er in der Folge Medikamente und es wurde sogar eine psychiatrische Behandlung erforderlich. Monatelang besserte sich der Zustand nicht, immer wieder war eine ambulante Behandlung im Krankenhaus notwendig. Der Kläger musste auf Grund der vorliegenden depressiven Zustände die vorzeitige Alterspension in Anspruch nehmen.

ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert: "Vor Gericht begehrte der Kläger Schmerzengeld in Höhe von ATS 160.000,- / EUR 11.627,65 mit der Begründung, der Unfalltod seines Sohnes war auslösend für die psychische Erkrankung.” Die Gegenseite wendete jedoch ein, dass der Kläger nicht unmittelbar am Unfall beteiligt war, sondern erst beim Begräbnis sei der nervliche Zusammenbruch erfolgt. Darum sei er nur mittelbar geschädigt und das Schmerzengeld stehe ihm nicht zu.

Das Oberlandesgericht Linz stellte dazu eindeutig fest, dass
auch die zu einer seelischen Erkrankung führende unfallsbedingte Trauer über den Tod eines nahen Angehörigen einen Schmerzengeldanspruch begründet. ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Göppert: "Nicht nur das unmittelbare Miterleben des Todes eines nahen Angehörigen, sondern auch die unfallsbedingte Trauer, die einen Krankheitswert besitzt und damit einen medizinisch fassbaren seelischen Schmerz auslöst, in gegenständlichen Fall die Depression, der über das normale Maß seelischer Erschütterungen bei solchen Ereignissen hinausgeht, begründet bei den betroffenen Personen einen eigenen direkten Schmerzengeldanspruch.”

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 89121-244
e-mail: presse@arboe.at
Internet: http://www.arboe.at

ARBÖ Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR/NAR